Da hilft nur eins: „Österreich“ boykottieren

Veröffentlicht am 28. Februar 2007

Als ich gestern spätabends so durch die Kanäle zappte und bei Pulse-TV landete, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: Stand doch da tatsächlich, dass „Österreich“ ein Interview mit dem Bankräuber gemacht hat. Und zwar nicht danach, das gehört ja inzwischen schon zum normalen Repertoire am Boulevard, nein: WÄHREND er in der Bank war. Wenig später konnte man es dann auch hören.

Es ist schlichtweg nicht zu fassen: Während die Geiseln in der Bank zittern, ob sie aus ihrer Gefangenschaft unbeschadet entkommen können, die Polizei draußen alles daran setzt, dass dies auch so passiert, fällt der neuen Tageszeitung nichts besseres ein, als daraus auch noch Kapital zu schlagen.

In Wahrheit kann man dazu nichts auch nur irgendwie vernünftiges schreiben außer, das einzige was man tun kann: Diese Zeitung boykottieren. Was mir nicht gerade schwer fällt, denn bislang habe ich nur die erste Ausgabe aus Neugier gekauft. Schade drum, denn eigentlich könnte Österreich (und zwar das Land, nicht die Zeitung mit diesem verblödeten Namen) eine Boulevardzeitung sehr gut vertragen, die nicht mit der Meinungsmache gegen Ausländer punktet. Mit dieser Aktion aber ist das Blatt einfacht nicht einmal mehr der Rede wert.

PS: Von einer anderen Dummheit, die irgendwie das Bild abrundet, berichtet Gerlinde


2 Kommentare zu Da hilft nur eins: „Österreich“ boykottieren

  • Gerlinde sagt:

    Da frag ich mich jetzt aber schon, wie „Österreich“ dieses Interview zustande gebracht hat – per Telefon oder konnten die einfach in die Bank marschieren?

    Zur Zeitung selber: Ich hab mir auch nur die erste Ausgabe gekauft – war aber nicht unbedingt das Wahre für mich. Ich muss aber gestehen, dass ich mir so gut wie nie eine Zeitung kaufe, weil mir die Infos, die ich übers Netz erhalte, genügen. Auffallend in meiner 6wöchigen Karriere als Trafikverkäuferin war allerdings, dass 95% der „Österreich“-Verkäufe über den 30 Cent-Gutschein liefen. Das heißt, die Zeitung wurde um 20 Cent verkauft. Muss nicht überall so sein, entspricht nur meinen Erfahrungen.

  • Sonja sagt:

    Auf Pulse-TV konnte man sich das gestern auch anhören: Sie haben direkt in der Bank angerufen. In der Diskussion später wurde eh gefragt, wie das möglich ist bzw. ob es für die Polizei nicht möglich ist, das zu verhindern. Immerhin würd ichs auch nicht so hilfreich finden, wenn da KundInnen anrufen – und woher soll denn jeder wissen, dass da gerade eine Geiselnahme stattfindet.

    Der Polizist meinte nur, dass sie ja auch die Leitung brauchen…

  • Mit der Abgabe eines Kommentars wird bestätigt, die Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiert zu haben.

    Recent Posts

    Tag Cloud

    Berlin Camargue Fotografie Frankreich Front National Galéries Lafayette Graffiti Graphs helen mirren Jana&Js Jeff Aerosol Montmartre ns Panorama Paris Printemps Reise Sacre Coeur Sainte Maries Skurriles Street Art Weißensee

    Meta

    Sonja Fercher is proudly powered by WordPress and the SubtleFlux theme.

    Copyright © Sonja Fercher