Mathilde Greil * 8.12.1920 + 1.6.2016

Veröffentlicht am 01. Juni 2016

imageMeine heißgeliebte Oma ist heute morgen für immer eingeschlafen. Ich bin zutiefst dankbar für die uneingeschränkte und intensive Liebe, die sie mir geschenkt hat. Liebe: Das ist das Wort, das ich mit ihr auf vielen Ebenen verbinde. Ihre Liebe zu Menschen und ganz besonders zu Kindern zog viele an, von der Familie angefangen bis hin zu den Gästen, die sie in ihrer Pension über viele Jahre empfangen hat. Bis heute haben sie immer wieder alte Stammgäste oder sogar deren Kinder besucht. Mit Liebe pflegte sie ihren Garten, der uns alle jedes Jahr aufs Neue mit Schönheiten beschenkt hat. Diese Liebe lebt in uns weiter.

Sie war auch eine starke Frau. Sie hat ihre Pension in harter Arbeit aufgebaut und allen Ängsten und Zweifeln zum Trotz über Jahre lang erfolgreich geführt. Ich ziehe immer noch meinen Hut vor der Bauerstochter, die gerade mal die Volksschule besucht hat und sich als Selbständige durchgeschlagen hat. Welche Rolle mein Großvater konkret gespielt hat, will ich nicht beurteilen, denn leider habe ich ihn nur ein paar Jahre miterlebt. Immerhin, denn was in den Erzählungen über ihn mitschwingt, kann ich ebenfalls in einem Wort zusammenfassen: Liebe. „Wenn du wüsstest, wie lieb ich dich hab“, soll er zu ihr gesagt haben. Ich kann dazu nur sagen: wenn sie nur wüssten, wie glücklich mich allein dieser Gedanke macht.

Als ihre Tochter, meine Mutter, nach Klagenfurt in die Schule ging, lernte sie die neue Schrift, um ihr Briefe schreiben zu können. Auch mir hat sie viele Briefe geschrieben, denn leider war auch ich oft weit weg. In einem konnte ich mir aber immer sicher sein: die Oma denkt an mich und wünscht mir nur das Beste.

Leider konnte ich ihr keine UrenkelInnen schenken, die sie sicher ebenfalls mit viel Liebe beschenkt hätte. Jetzt ist sie für immer von uns gegangen. Es ist aber nur ein körperlicher Abschied, denn in meinem Herzen lebt sie, lebt ihre große Liebe weiter – und ich hoffe, dass ich sie noch vielen anderen Menschen weitergeben kann.

omasonja1aMeeeiiine Ooooma, ich danke Dir für alles! Ich schätze mich sehr glücklich, dass Du so lange in meinem Leben warst. Ich werde Deinen sonntäglichen Anruf sehr vermissen, so kurz er auch war. Aber Du bist ja nicht weg, sondern weiterhin immer bei mir, auch wenn Du nun weit weg bist und wir uns nicht mehr fest in Armen halten können.

 


1 Kommentar zu Mathilde Greil * 8.12.1920 + 1.6.2016

  • Sonja sagt:

    Ursprünglich schrieb ich, meine Oma habe die Bürgerschule (vormals Hauptschule) besucht. Dem war aber nicht so, sie hat „nur“ die Volksschule besucht. Ich hatte in Erinnerung, dass sie mehr als vier Jahre in der Schule war, dem war aber nicht so, wie mich ihre jungere Schwester aufklärte.

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