Der Kater heißt Le Pen

Veröffentlicht am 25. April 2012

Dem Jubel der SozialistInnen über den ersten Platz von Francois Hollande folgte sobald der Kater: Auch Marine Le Pen hat mit rund 17 Prozent einen riesigen Wahlerfolg eingefahren. Sie hat ihr Ziel, mehr Stimmen als ihr Vater zu gewinnen, mehr als erfüllt: 5,5 Millionen WählerInnen wählten im Jahr 2002 in der Stichwahl ihren Vater, sie erhielt dieses Mal  6,4 Millionen.

Anders die Situation für den Kandidaten der Linksfront, Jean-Luc Mélenchon. Dieser hatte sich ein knappes Rennen mit Le Pen erhofft, erhielt am Ende jedoch nur 11 Prozent – wobei dies eine gigantische Steigerung im Vergleich zu 2007 ist, als die kommunistische Kandidatin Marie-George Buffet gerade einmal 1,93 Prozent der Stimmen bekam. Dennoch blieb Mélenchon weit unter den Umfrageergebnissen. Der Kandidat der Linksfront scheint unter dem „vote utile“ gelitten zu haben, also dem nützlichen Wählen für den aussichtsreicheren Kandidaten. Zugleich dürfte er jene WählerInnen am Ende doch nicht überzeugt haben, von denen man vor der Wahl sagte, sie würden zwischen ihm und Le Pen schwanken.

Somit bleibt das Rennen weiterhin spannend. Im französischen Fernsehen wurde denn auch schon gerechnet: Die WählerInnen von Mélenchon geben in Umfragen zu 80 Prozent an, in der Stichwahl Hollande zu wählen. Von den Front National-WählerInnen wiederum wollen 60 Prozent Sarkozy in der Stichwahl ihre Stimme geben. Schlägt man dann noch die Stimmen der „kleinen“ KandidatInnen je nach Lager Hollande oder Sarkozy zu, ergibt dies folgendes Zahlenbild: 46,75 Prozent für Hollande und 40,92 Prozent für Hollande. Doch damit ist die Rechnung noch nicht fertig: Die WählerInnen von Francois Bayrou, dem Kandidaten der Zentrumspartei Modem, würden zu je einem Drittel Hollande, Sarkozy und gar nicht wählen.

So weit, so viel Zahlenspielerei. Denn dann kommt noch etwas dazu, wie der Sprecher bei beiden Kandidaten betonte: „La dynamique.“ Und wie sich diese entwickelt, werden wir ja sehen. Es steht in jedem Fall zu erwarten, dass der Front National und seine WählerInnen dabei eine ganz zentrale Rolle einnehmen werden.


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