Leider nur geträumt

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…als ich heute morgen aufgewacht bin, musste ich kurz innehalten. War da nicht was? Hatte ich   gestern vor dem Schlafengehen nicht noch eine ausgezeichnete Nachricht gesehen? ………

Genau, ganz groß stand es auf derStandard.at: Olympia-Mitglied Martin Graf wird nicht Nationalratspräsident. “Na bitte, sind die endlich aufgewacht und haben kapiert, dass Graf als Nationalratspräsident, wenn auch als dritter, nicht tragbar ist!”, freute ich mich.

Aber war das wirklich real? Also schaltete ich den Computer ein, um nachzusehen: Nein. Leider. Ich hatte das nur geträumt.

Link: Offener Brief an die Abgeordneten des Nationalrats

Aus, Ende, es reicht!

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Nun sind wir schon bei der Mythologie angelangt (und der Verharmlosung des Autofahrens unter Alkoholeinfluss und mit überhöhter Geschwindigkeit als Bubenstreich) und in den Medien wird inzwischen über den Ablauf des letzten Tages von Jörg Haider spekuliert, als ob das auch nur irgendeinen Informationswert hätte. Mir reicht´s, ich hatte noch einiges anzumerken, aber nun beende ich meine Kommentierungen über die Ereignisse in Kärnten!

Person=Politik?

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Es erstaunt mich immer mehr, dass es anscheinend vielen Menschen nicht gelingt zwischen einer Person und ihren politischen Auffassungen zu differenzieren. Als ob jemand, der für fürchterliche politische Positionen steht, auch eine fürchterliche Person sein müsste. Und als wären die Positionen weniger kritikwürdig, nur weil der Mensch vielleicht eine sympathische Person war.

Zweifellos war Jörg Haider ein Mensch, der andere begeistern konnte, und zwar nicht nur auf der Bühne, sondern auch im persönlichen Umgang – oder vielleicht gerade deshalb? Ich muss hier an ein Gespräch mit einem Kärntner Bekannten denken, das wir vor vielen Jahren hatten und in dem er mir begeistert erzählte, dass Haider ihm sofort das Du-Wort angeboten hat.

Das ist was: Per Du mit einem Politiker, und zwar nicht mit dem Bürgermeister oder einem Gemeinderat, sondern mit dem Landeshauptmann selbst… Gut, jener Bekannte war auch inhaltlich auf Seiten Haiders. Problematischer finde ich es, wenn nun auch KritikerInnen die Kurve nicht mehr kratzen.

So viel für Kärnten getan?

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Jörg Haider hat ja so viel für Kärnten und die KärntnerInnen getan: Das ist ein Satz, den man nicht erst seit seinem tödlichen Unfall immer wieder hörte. Bloß wie steht es eigentlich wirklich um seine Bilanz?

Ich fragte also bei meiner Großmutter nach, was er denn für sie so getan habe. Viel ist ihr nicht eingefallen, die Pensionserhöhung. Anführen kann man noch den Kinderscheck oder das Billigbenzin, das er publicitywirksam vermarktete. Kurz: Haider war ein Meister im Verteilen von Geschenken und viele Menschen ließen sich blenden, dass es eigentlich eine geschickte Fürstentums-Wahrungs-Politik war.

Denn leisten konnte sich Kärnten diese ganzen Geschenke eigentlich nicht, finanziert wurden sie unter anderem durch den Verkauf der Anteile an der Kelag und der Hypo Alpe Adria. Auch die Wirtschaftsdaten sind alles andere als positiv: Die Arbeitslosigkeit steigt, bei der Kaufkraft zählt Kärnten zu den Schlusslichtern, es herrscht Fachkräftemangel und die Jugend wandert ab (siehe Bericht auf orf.at).

Eine durchwachsene Bilanz, mit der er wohl nur deshalb weiterregieren konnte, weil in den anderen Parteien eine ernstzunehmende Konkurrenz fehlte und fehlt, die all das in der Luft zerreißt.

Promille und Km/h, nicht der Mossad

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Es kam, wie es kommen musste: Kaum hatte sich die Nachricht von Jörg Haiders tödlichem Unfall verbreitet, kamen auch schon die ersten Verschwörungtheorien auf. Klar war, dass früher oder später jemand mit dem Mossad daher kommen musste. Und Hand aufs Herz: Die Straße war doch viel zu grade, als dass jemand wie der Haider dort von der Straße abkommen hätte können.

Die erste Zahl, die diese These entkräftigte, war die Geschwindigkeit von über 140 Km/h, mit der der Kärntner Landeshauptmann unterwegs war. Nun kam die zweite hinzu: Haider hatte 1,8 Promille intus, bestätigt nun sein Nachfolger als Parteichef, Stefan Petzner. Da braucht es dann auch keinen Mossad mehr, sondern gerade einmal eine unaufmerksame Sekunde, um einen schweren Unfall zu bauen.

So viel auch zum Thema, Haider sei so gestorben wie er gelebt habe, nämlich Grenzen überschreitend und dergleichen mehr: Es war einfach nur seine eigene Dummheit und Selbstüberschätzung, die ihm das Leben gekostet hat.

PS: Erstaunlich süffisant ging die Presse am Montag die Schilderung seines Lebens und seines schwierigen Verhältnisses zu Ortstafeln an. Das hätte fast aus dem Titanic sein können…

Alle tamisch in Kärnten?

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Es ist geradezu gespenstisch, welche Lobhudeleien es in den vergangenen Tagen über Jörg Haider zu hören und lesen gab. Zu diesem Thema hat derStandard.at-Redakteurin Maria Sterkl einen ausgezeichneten Kommentar geschrieben. Aber nicht nur aus Politik und Medien ist eine seltsame Verherrlichung des Landeshauptmanns zu vernehmen, sondern auch von KärntnerInnen. Manche taten so, als wäre der Messias gestorben – wenn “nur” vom Tod des “Landesvaters” die Rede war, schien das geradezu nüchtern und zurückhaltend. Es scheint fast so, als würde ganz Kärnten stillstehen und in tiefer Trauer verharren.

Aber stimmt das denn überhaupt? Zweifellos war Haider in Kärnten – zu meinem großen Unverständnis – bei sehr vielen Menschen sehr beliebt. Allerdings gibt es auch dort genügend KritikerInnen seiner Person oder auch einfach nur Menschen, die zwar betroffen sind über seinen Tod, die aber diesem Personenkult nicht frönen. Dass diese bislang nur sehr selten zu Wort kamen, wirft ein seltsames Bild auf die Medienberichterstattung: Anscheinend passt es einfach besser ins Klischee von Kärnten, dass “die alle tamisch” sind. Gut, dass zumindest einzelne Berichte herausstechen, wie jener von Walter Müller im STANDARD.

Fehlt Haider wirklich? Menschliches und Politisches

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Über die Toten nichts schlechtes, aber wie umgehen mit dem Tod eines Jörg Haider: So fasste das ZDF das Spannungsfeld am besten zusammen, in dem sich GegnerInnen des Wieder-da-wieder-weg angesichts der Todesnachricht befanden.

Natürlich ist der Tod Jörg Haiders tragisch. So weit die menschliche Betrachtung. Zugleich ist es nicht leicht mit dem Gefühl der Erleichterung umzugehen, dass dieser Mann nun nicht mehr Tschetschenen rumschieben oder Sonderanstalten in Almen für angeblich Straffällige einrichten, nicht mehr gegen AusländerInnen polemisieren kann – oder welche Gruppe auch immer er wieder als Zielscheibe auserkoren hat…

Es ist ein ambivalentes Gefühl, mit dem derzeit viele Menschen in Österreich zu kämpfen haben. Einen der besten Kommentare dazu habe ich heute im STANDARD gelesen, in dem Martin Prinz meine Ambivalenz bisher als bislang Einziger am Besten auf den Punkt gebracht hat. Bitte lesen!

Easy going am Schluss

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Tage 11 bis 14: Die letzten Tage verbrachte ich eher gemütlich: Einmal ein Ausflug nach Paphos, Schwimmen bei Petra Tou Romiou, Kaffeetrinken in Limassol – für viel mehr war es einfach zu heiß. Ja, und einmal begleitete ich Ross zu einem Event bei der Ritterburg Kolossi. Sehr beeindruckend, die Burg, der Event war leider eher öde. Aber gut, immerhin erhielt ich ein paar Lektionen in Photographie, was ja einer Hobbyknipserin wie mir nie schadet ;-) .

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Schöner, aber sehr denkwürdiger Ort

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Die letzten Tage meines Zypern-Aufenthalts verbrachte ich wieder in Tochni, von dem ich ja das letzte Mal nur wenig hatte. Dieses Mal gönnte ich mir ein Appartment mit Swimmingpool, sozusagen als Belohnung am Schluss. Wer kann da schon widerstehen?

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Wasser in allen Farben

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Tag 10: Nach so viel Politik war es einmal wieder Zeit für Wasser, Meer und Sonne: Ausflug nach Cap Greco, das mir Ross wärmstens empfohlen hatte – und ich verstehe, was er meinte mit “das ist der schönste Platz auf Zypern”, auch wenn ich finde, dass Karpasia/Karpaz, die Akamas-Halbinsel und Petra Tou Romiou da auch dazu gehören.

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