Eine propagandistische Geschichtsstunde in Sachen Kampf der USA gegen den Kommunismus in Afghanistan: So ließe sich “Charlie Wilson´s War” wohl am besten zusammenfassen. So interessant ich es auch fand mehr darüber zu erfahren, wie die USA sich im Afghanistan-Krieg denn nun eigentlich genau engagiert haben, so platt fand ich diesen Film.
Es ist, als wäre er im Kalten Krieg stecken geblieben: Ach, wie primitiv sind die russischen Kampfpiloten. Ach, wie befriedigend ist es, als diese überheblichen Männer dann endlich abgeschossen werden – martialische Musik inklusive, die den Krieg in einer Form verherrlicht, wie sie nur schwer zu ertragen ist. Gut gegen Böse, so lautet die Message des Films. Dass das brutale Vorgehen der Sowjetunion in Afghanistan böse war, darüber besteht kein Zweifel. Sehr wohl aber daran, welche Rolle die USA in dem Konflikt eingenommen haben.
Der einzige Lichtblick ist dann eigentlich nur noch das Ende, das auch für heute noch interessant ist: Nämlich dass das Engagement beim Militär aufhörte und man das Land danach wieder sich selbst überließ. Genau das offenbart die Interessen, die die USA verfolgt haben: Der Sowjetunion eine Niederlage zufügen. Afghanistan? Wen interessiert schon, ob dort Schulen gebaut werden?
Nichts desto trotz vermag diese Lektion den Film nicht zu retten, denn sie sagt zugleich: War schon richtig, was die Amis dort gemacht haben, sie haben es halt nicht zu Ende geführt. Hätten sie sich weiter engagiert, wäre vielleicht alles gut ausgegangen (sind also irgendwie doch selbst schuld an 9/11).
Meine Empfehlung: Sich den Film im Fernsehen anzusehen, denn auch wenn man Tom Hanks, Julia Roberts und Philip Seymour Hoffman zu sehen bekommt, so zahlt es sich meiner Meinung nach echt nicht aus, für all das Geld auszugeben.
Als mir zum ersten Mal von Glennkill erzählt wurde, fand ich die Idee sehr faszinierend: Schafe versuchen den Mord an ihrem Schäfer aufzuklären, als “Chefermittlerin” fungiert ein Schaf mit dem passenden Namen “Miss Maple”. Umso mehr habe ich mich gefreut, als mir das Buch zu meinem Geburtstag dann geschenkt wurde.
Mit Begeisterung begann ich zu lesen und war amüsiert und fasziniert von den vielen Einfällen von Leonie Swann. Denn Miss Maple ist nur einer von mehreren sehr liebevoll und passend ausgewählten Namen der Schafe. Gut gelungen auch, mit wie viel Humor sie die Welt der Menschen aus Sicht der Schafe darstellt.
Allein, mir wurde fad, und zwar schon bevor ich die Hälfte des Buches erreicht hatte. Denn so nett all das ist, was sich die Autorin da ausgedacht hat, mit der Zeit aber hatte sie alles ausgeschöpft und es wurde öd. So war es denn für mich dann eher eine Quälerei, mich bis zum Ende des Buches durchzukämpfen und ich finde, dass sich das Buch leider sehr bald in der großartigen Idee Schafskrimi erschöpft hatte, die Handlung aber leider nicht mit der Idee mithalten konnte. Schade eigentlich!
Endlich habe ich es geschafft, mir “Der Uhrmacher von St. Paul” anzusehen, den ich mir vor einiger Zeit gekauft habe. Ein toller Film mit dem großartigen Schauspieler Philippe Noiret in der Hauptrolle. Irgendwie verwunderlich, dass er in der Serie französischer Kriminalfilme der Süddeutschen Zeitung eingereiht wurde.
Im Vordergrund steht nämlich weniger der Krimi, sondern vielmehr die Person Michel Descombes, gespielt von Noiret. Nachdem dieser erfährt, dass sein Sohn einen Mord begangen hat, ja ihn jetzt noch nicht einmal sehen möchte, nimmt ein Drama seinen Lauf. Descombes stellt sich selbst massiv infrage und versucht Ursachen für die offensichtliche Entfremdung von seinem Sohn zu finden (er hatte ihm noch nicht einmal seine Freundin vorgestellt, die auch an dem Mord beteiligt gewesen sein soll).
Beachtlich dabei ist, wie sehr Descombes mit sich selbst ins Gericht geht und das Handeln seines Sohnes hunderprozentig akzeptiert, so wenig er es auch verstehen kann. Dass er sich am am Ende gar vor Gericht offen mit ihm solidarisiert, ist dabei nur eine logische Folge, wenn auch deshalb nicht weniger berührend.
Kurz: Ein sehr empfehlenswerter Film über ein Vater-Sohn-Verhältnis, in den im Hintergrund auch eine Kritik an den sozialen Verhältnissen im Frankreich der damaligen zeit eingewoben ist.
Manchmal ist es nicht so einfach, einen Blog zu füllen. Das liegt bei mir nicht unbedingt daran, dass mir nichts einfällt, sondern dass ich schlichtweg keine Lust habe, mich an den Computer zu setzen und was zu schreiben. Genau dieser innerliche Blog-Streik ist für die lange Pause verantwortlich, die ich in den vergangenen Wochen eingelegt habe.
Untätig bin ich deshalb nicht geblieben, sondern ich habe einfach meine Auszeit genossen. Mein liebster Aufenthaltsort wurde meine Couch, auf dem Programm standen in erster Linie Film und Fernsehserien. Zwar konnte ich es über weite Strecken nicht so recht genießen, ja, ich wurde schon richtig zappelig, weil ich so absolut unproduktiv war.
Im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich all das zugelassen habe, schließlich kann frau nicht immer produktiv sein, auch wenn das unsere Gesellschaft voraussetzt. Außerdem möchte ich lernen, auch mal Nichtstun zu genießen. Keine einfache Sache und auch nix auf Dauer. Dennoch halte ich es für sehr wichtig, um sich auch mal zu regenerieren.
Björn Seibert, Verfasser einer Tschad-Studie für das Massachusetts Institute of Technology, warnt vor einer Destabilisierung der Region. Einige EU-Staaten könnten zugesagte Truppen nicht mehr bereitstellen, erfuhr Sonja Fercher. (Ein Interview für DER STANDARD)
STANDARD: Sie haben in Ihrer Studie die in der EU-Mission vorgesehene Truppenstärke als zu klein kritisiert. Wie schätzen Sie die Lage nun ein?
Seibert: Eine im Wesentlichen aus drei Bataillonen und einer Quick Reaction Force bestehenden Truppe soll eine etwa viermal so große Fläche wie Österreich sichern: Angesichts der Situation scheint die geplante Truppenstärke noch weniger der Situation vor Ort angemessen.
STANDARD: Sollte die EU die Mission nicht gleich auf bessere Beine stellen?
Seibert: Ob sich aufgrund der veränderten Lage Mitgliedsstaaten bereiterklären werden, weitere Truppen und Material zur Verfügung zu stellen, erscheint derzeit unwahrscheinlich, insbesondere vor dem Hintergrund, dass eine Involvierung der EU-Truppen in den innertschadischen Konflikt wahrscheinlicher geworden ist. Im Gegenteil, es erscheint wahrscheinlicher, dass einige Staaten bereits zugesagte Truppen nicht mehr bereitstellen werden.
STANDARD: Sollte die EU das Ganze lieber überhaupt abblasen? … weiterlesen »
Gestern habe ich meine Abneigung gegen “Im Zentrum” überwunden und mir diese Sendung angesehen. Immerhin ging es um den Skandal um angeblichen Machtmissbrauch im Innenministerium, der mich so beschäftigt. Fazit: Endlich ist die SPÖ bzw. Josef Cap aufgewacht und hat erkannt, welche Tragweite diese Vorwürfe haben.
Nach wie vor in der Ablenkungsstrategie hingegen verharrte sein Kollege von der ÖVP, Wolfgang Schüssel, ein paar Auszüge: Man dürfe doch der toten Liese Prokop nicht solche Vorwürfe machen, denn sie könne sich ja nicht einmal wehren. Allein: Nicht gegen die Ministerin richteten sich die Vorwürfe, sondern gegen ihren damaligen Kabinettschef.
Man dürfe doch nicht die Polizei beschmutzen, die hervorragende Arbeit leiste. Bloß ist es nicht die Polizei, die hier angeblich in den Dreck gezogen wird. Es ist die ÖVP, die in Erklärungsnot geraten ist, schließlich wurden gegen sie bzw. einzelne ihrer Funktionäre schwerwiegende Anschuldigungen erhoben.
Schon gar nicht dürfe man einen parteipolitischen Skandal daraus konstruieren, ja, den U-Ausschuss wollten die politischen Mitbewerber ja nur, um eine Politshow abzuziehen, klagte Schüssel. Im Moment aber ist es die ÖVP, die eine Show abzieht und außer Ablenkungsmanövern bislang nur wenig zu bieten hat. Da kann sie noch so oft das Wort “Aufklärung” rufen, durch ihr Verhalten wird dieses Bekenntnis nicht glaubwürdiger.
Ach, war die Zara:monie wieder einmal nett! Zwar hätten durchaus mehr Menschen dort sein können, aber vermutlich haben uns (ja, so langsam wird das was ) da die Semesterferien ein Schnippchen geschlagen. Die Stimmung aber konnte das nicht trüben: Bis in die frühen Morgenstunden wurde gestern im Palais Auersperg gefeiert, getanzt und gequatscht.
Was mich sehr gefreut hat: Das Homoriental war wieder vertreten und dort tobte ich mich dann auch noch aus, nachdem der offizielle Teil beendet war. Am meisten aber habe ich mich darüber gefreut, als ich auf der Tanzfläche nicht nur meine Freundin Micha in Begleitung angetroffen habe, die sich bereits angekündigt hatten, sondern auch noch andere FreundInnen dort auftauchten. Schön, dass Ihr da wart!
Apropos offizieller Teil bzw. Organisation der Veranstaltung: Leider ist die Organisatorin Christine ausgefallen, die immer noch im Krankenhaus weilt – Gute Besserung an dieser Stelle!!! Was Lioba geleistet hat, die für sie kurzfristig eingesprungen ist, aber auch was meine Kollegin Caroline geschafft hat, der ich an diesem Abend zur Seite stand, war einfach großartig!
Die beliebteste Fernseh-Kommissarin galt es bei der diesjährigen Goldenen Kamera zu wählen. Unter den Nominierten: Ulrike Folkerts, Hannelore Hoger und Maria Furtwängler. Alle drei sind wirklich großartige Schauspielerinnen – und großartige Kommissarinnen. Eigentlich finde ich Maria Furtwängler nicht unbedingt die beste unter den Tatort-Frauen, Sabine Postel finde ich zum Beispiel um Häuser besser.
Aber gut, es war entschieden, dass es ein Rennen zwischen diesen drei Schauspielerinnen würde – und das Publikum hat sich nun einmal für Maria Furtwängler entschieden. Für mich aber ist und bleibt Ulrike Folkerts die Beste und Schönste und Sympathischste und sowieso und überhaupt !
Deutlich einverstandener war ich da schon mit anderen Kameras, die dieses Mal vergeben haben. Sehr gefreut habe ich mich für Ulrike Krumbiegel und Sandra Maischberger. Das absolute Highlight war natürlich die Ehrung von Robert de Niro, der nicht nur ein großartiger Schauspieler ist, sondern auf der Bühne noch dazu sehr sympathisch rüber kam. Eine tolle Preisverleihung!
Eigentlich kann man nur sprachlos sein, wenn man verfolgt, welche Reaktionen die Aussagen des früheren Chefs des Bundeskriminalamts, Herwig Haidinger, ausgelöst hat. Die Vorwürfe selbst sind ausgesprochen schwerwiegend, vor allem jene im Zusammenhang mit der Causa Bawag.
Dass die ÖVP einen politischen Nutzen aus der Affäre ziehen wollte, ist zwar logisch. Welche Methoden sie dafür aber anwendete, ist skandalös. Denn wenn die Vorwürfe stimmen, hat sie versucht, den Apparat des Ministeriums zu ihrem eigenen politischen Zwecken zu nutzen – was wiederum ein eindeutiger Fall von Machtmissbrauch wäre. … weiterlesen »