Sie fehlt in der politischen Debatte: Heide Schmidt

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“Das ist Unfug”: Mit diesem Satz wischte Heide Schmidt früher Argumente, die sie für falsch hielt, vom Tisch – und setzte mit Argumenten nach, in denen sie ihre Meinung ausführte. Oft hört man die frühere Lif-Chefin heute nicht mehr zu politischen Themen sprechen. Das ist schade, denn sie erhob immer wieder ihre Stimme der Vernunft, die in der österreichischen politischen Debatte allzu oft fehlt.

Umso mehr freute ich mich, zur Debatte um die Errichtung muslimischer Gebetsräume in Wien und Linz nun ihre Meinung zu lesen. Ach, sie fehlt mir, und zwar wegen ihrer republikanischen Einstellungen, ihrem beharrlichen Eintreten für Menschenrechte, ihren messerscharfen Argumenten, wegen ihrer ruhigen und abwägenden Art, weil sie durchaus auch einmal eingesteht, dass sie ihre Meinung geändert hat und weil sie auch mal sagt, wenn etwas “Unfug” ist – auch wenn sie inzwischen das Wort “Unsinn” zu bevorzugen scheint :-) .

Verschwöööörung!

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Gestern hatte ich eine von jenen Diskussionen, die ich absolut nicht leiden kann: Thema 9/11. Das ist nämlich alles gar nicht so geschehen, wie das uns erzählt wird, neeeein! Das waren natürlich die Bushs, die Bomben haben platzieren lassen im World Trade Center, schließlich haben die am meisten davon profitiert. Ebenso wie der Bush-Familie nahe stehende Firmen.

Immerhin, der Mossad ist in der “aufgeklärteren” Version der Verschwörungstheorien nicht mehr enthalten. Aber spannend finde ich es schon, wie anziehend diese gerade bei jungen, sich als links definierenden Menschen sind. Spannend? Nein, eigentlich zum Kotzen. Ich habe meinen Gesprächspartner mit meiner Reaktion wohl etwas vor den Kopf gestoßen, das tut mir leid. Aber immerhin habe ich ihn vorher gewarnt, dass mit mir bei dem Thema nicht gut Kirschen essen ist. Ich habe nämlich absolut keine Lust, mich auf diese vielen angeblichen Fakten einzulassen. Anhängern von Verschwörungstheorien kann man mit Argumenten ja sowieso nicht kommen, sie wissen immer mehr…

Zweifel gibt es zwar meiner Meinung mindestens genauso viele wie man der Bush-Regierung Vorwürfe machen kann. Aber daraus dann gleich den Schluss zu ziehen, dass sie es selbst war, die die Finger mit im Spiel hatte, das ist einfach absurd.

Interessant finde ich ja, dass viele Anhänger der Verschwörungstheorien sich gar nicht bewusst sind, wer denn die feurigsten Anhänger derselben sind: Bevozugt zu finden bei rechts- und linksextremen Gruppierungen und nicht zu vergessen bei den Islamisten selbst. Klar, davon allein seine Meinung abhängig zu machen, das wäre auch blödsinnig. Aber hin und wieder ist es ein ganz guter Anhaltspunkt zu sehen, in wessen geistige Gesellschaft man sich begibt. Aber der Anti-Amerikanismus ist ja neben dem Antisemitismus eine der verbreitetsten geistigen Strömungen in Europa, und das leider nicht nur an den extremen Rändern…

Ach ja, und natürlich hatte der Herr folgende Doku als Quelle: ZDF: Mythos oder Wahrheit

Bissiger Kommentar von Henryk M. Broder dazu: Mit dem Zweiten schielt man besser

Bericht in der Süddeutschen: Süddeutsche Zeitung: Verschwörungstheorien zu 9/11 – Schlampig oder schuldig

Ganz spannend zu lesen zu Verschwörungstheorien allgemein:

Spiegel Spezial

NZZ: Einmaleins zu den 9/11-Verschwörungstheorien

PS: Auch wenn ich selbst mit meinem Blog zur Gruppe der Kannibalen-Selbsthilfegruppen zähle, so stimme ich Henryk Broders Kommentar im Tagesspiegel zu: Das Internet macht doof.


Ich bin ein “Hardcore-Multikulti”, jawohl!

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Aufgrund meiner Polemik auf derStandard.at wird mir ja nun vorgeworfen, ich sei ein “Hardcore-Multikulti”. Aber wenn ich schon eine Polemik schreibe, muss ich auch damit rechnen, dass mir mit Polemik geantwortet wird.

Dennoch, Multikulti finde ich ein spannendes Konzept. Früher mal war es was Positives, man dachte an bunte Parties, fremdes Essen, das einen neue Gewürze entdecken ließ, “Music of the world” oder Trommlereien. Dann kamen die Anschläge des 11. September, mehrten sich Berichte über die Missachtung von Menschenrechten oder die Unterdrückung von Frauen bei MigrantInnen – und schon hatten die Rechten Multikulti umgedeutet.

Dabei leben wir in Europa längst in einer multikulturellen Gesellschaft, auch wenn das manche nicht wahrhaben wollen: Nicht nur, dass sich zu viele MigrantInnen inzwischen dauerhaft hier niedergelassen haben, als dass noch von Monokultur die Rede sein könnte. Auch Musik, Literatur oder Küche fremder Länder ist aus unserer Kultur nicht mehr wegzudenken. Wer hätte sich denn schon gedacht, dass selbst in Wien alle möglichen internationalen Restaurants zu finden sein werden? Thailändisches oder vietnamesisches Essen: Da dachte ich früher immer an London, Paris oder New York.

Nein, Multikulti ist ein Kampfbegriff geworden, der aber völlig deplatziert ist. Was hat das denn mit Multikulti zu tun, dass Frauen zwangsverheiratet werden? Wer will diese Praxis schon dulden, ob in Europa oder anderswo?

Diese Unterstellungen, die meistens dem Begriff Multikulti folgen, entlarven im Grunde all jene, die sie bringen: Nicht an der Debatte sind sie interessiert, auch nicht an den Argumenten der von ihnen als “Hardcore-Multikultis” beschimpften Menschen. Denn sie wissen ja ohnehin schon vorher, wie diese denken. Tolle Verteidiger der europäischen Werte!

Um´s mit Amélie Poulain zu beenden: Was ich nicht mag, sind Digeridoos, Kardamom, Musikantenstadl und asiatische Filme bei der Viennale. Was ich mag sind fremde Länder, endlose Diskussionen, am liebsten in einer (oder zwei) Fremdsprache(n) – und schlafen. In diesem Sinne: Gute Nacht! :-)

Übertreibung in Namen von Quote und Klicks

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Irgendwie wurde mir ganz schwindlig angesichts all der Überschriften und Behauptungen, die mir in den vergangenen Tagen um die Ohren (oder besser gesagt die Augen) geflogen sind.

“Terrorzelle ausgehoben”, “Terrorverdächtige”, „Al Kaida in Wien“, lauteten die Überschriften, der verhaftete Mohamed M. gehöre der „internationalen Schläfer-Szene an“, hieß es, von einem “Franchise-Ableger des Terrornetzwerks” war die Rede.

Mensch Meier! Als würde es nicht reichen, dass jemand Drohvideos produziert und den kruden Thesen der Islamisten anhängt. Nein, in Zeiten von Quote und Klicks müssen auch Übertreibungen ein Ereignis noch spektakulärer machen. Dass selbst Innenminister Günter Platter sagte, dass keine Gefahr für Österreich bestanden habe, das ist wurscht. Hauptsach knackig, so wie der “Alpen-Mujahedin” von Spiegel-Online.

Indoktriniertes Milchbubi

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Ein Thema, mit dem ich mich in den vergangenen Tagen beschäftigt habe, sind klarerweise die Verhaftungen von drei Islamisten, die verdächtigt werden, ein Drohvideo produziert haben. Wie immer, wenn so etwas passiert, gehen die Emotionen hoch und setzt die Debatte über “den Islam” und wie vereinbar diese Religion mit “unseren Werten” sei.

Dabei staunte ich nicht schlecht, als ich realisierte, wer der “Kopf” der Gruppe war: Dieses wirre Milchgesicht?!, dachte ich mir. Denn es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich diesen “Teddybären” (Barbara Coudenhove-Calergi) kennengelernt. Es war rund um den Karikaturenstreit, als ich im Programm der Pressekonferenzen auf einmal auf eine mit dem Titel “Österreichs Muslime der zweiten Generation begehren auf” stieß.

Guter Titel, das muss man dem jungen Mann lassen, denn ähnlich wie ich dürften viele JournalistInnen gedacht haben, die sich da im Café Rathaus versammelten – und schon beim Anblick der Plakate staunten, die da an der Wand hingen und zur Solidarität mit Islamisten im Irak oder Palästina (sie nennen das lieber “Widerstand”, aber na ja) aufriefen.

Als ich dann sah, dass die PK gemeinsam mit der “Antiimperialistischen Koalition” (näheres siehe hier) organisiert worden war, war mir eigentlich schon schlecht. Aber da ich nun einmal da war, wollte ich mir natürlich trotzdem anhören, was die Herren so zu erzählen haben.

Ja, und der selbsternannte Sprecher der aufbegehrenden “Muslime der zweiten Generation” war jener Herr, der nun im Häfen sitzt. Er wirkte eigentlich nicht sehr ernstzunehmend, mehr wie so ein indoktrinierter Spinner, der aber mehr Phrasen drosch und mich an andere junge Leute erinnerte, die halt gerne die Revolution predigen, aber nicht so ganz genau wissen, worüber sie da eigentlich reden. Von Satz zu Satz stieg die Intensität des Kopfschüttelns meiner anwesenden Kollegen (und mir), nach Ende der Pressekonferenz gingen wir fassungslos aufeinander zu und tauschten uns über den Irrsinn aus, der da gerade verzapft worden war.

Tja, aber Milchbubi hin, Milchbubi her: Einer der Journalisten berichtete, dass Mohamed M. Kontakte mit einem ebenfalls unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehenden Imam steht. Ich bin mir zwar nach wie vor nicht sicher, wie mein Kollege Christoph Winder, der ebenfalls vor Ort war, meinte: “Wer weiß?”.

Aber dennoch bin ich eher der Meinung, dass der Mann nur groß tönte. Allerdings würde es mir auch schon reichen, wenn er tatsächlich “nur” die Drohvideos produziert hat, denn deren Inhalt ist nun einmal nicht harmlos, auch wenn es nur Worte sind…

Puhhh…

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…frau sollte nicht ankündigen, morgen etwas weiterzuschreiben, wenn frau nicht hundertprozentig sicher ist, dass sie das auch einhalten kann… Nun ist es schon übermorgen und ich habe immer noch gerade mal so viel Zeit, ein kurzes Lebenszeichen von mir zu geben, um mich sofort wieder zu verabschieden.

Ausschließlich positiv ist der Stress leider nicht, der mich umtreibt, irgendwie schlägt der Herbst schon mal ein wenig zu. Aber ich habe zum Glück auch sehr viel nette und spannende Geschichten gemacht, aber davon ein anderes Mal – wann, weiß ich noch nicht :-) .

“Unsere Werte”: Bei Rechtsextremismus wegschauen?

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Weniger politisches Kalkül und mehr gesellschaftspolitische Verantwortung: Nur so kann eine Debatte über Integration und Islam glaubwürdig geführt werden. Ein Komment@r für derStandard.at


Surprise, surprise: Die ÖVP hat eine Wertedebatte ausgerufen. Es wäre ja auch verwunderlich gewesen, wenn die österreichischen Konservativen diese Gelegenheit nicht beim Schopf ergriffen hätten. Nun, da hier, mitten in Österreich “etwas passiert ist”.Aber was ist eigentlich passiert? Es wurden drei Personen verhaftet, die ein Drohvideo produziert haben. Schlimm genug, dass es auch in Österreich solche politischen Wirrköpfe gibt. Und so problematisch es ist, was über die Verhafteten bekannt wurde, so ist doch zum Glück nichts passiert. Noch nicht?. Ja genau, noch nicht! Nicht auszumalen, was gewesen wäre, hätten sie sich tatsächlich Sprengstoff besorgt. Aber warum die Hysterie? Die drei wurden verhaftet (einer ist inzwischen wieder auf freiem Fuß), es wird eine Anklage geben und alles geht seinen juristischen Weg. … weiterlesen »

Weeeeeellllllness!

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So aufregende Wochen, aber auch eine gewisse, nicht so positive Herbststimmung, ließen mich die Entscheidung treffen: Es ist Zeit, dass ich mir was Gutes tu. Gut tun mir ja sowieso immer Reisen ins Ausland, aber irgendwie war mir dieses Mal danach, mal zur Abwechslung nicht nur was für die Seele, sondern zur Abwechslung auch mal für den Körper zu tun – und ich entschied mich für ein Thermenwochenende inklusive Massagen. Gedacht, gebucht: Nächsten Samstag ist es so weit, ich freu mich schon wie ein Honigkuchenpferd!

Bis dahin hab ich außerdem noch einiges zu tun, das mir recht Spaß macht, mehr dazu dann morgen, denn jetzt ist´s Zeit, mal den Computer abzuschalten ;-) . Gute Nacht!

Spannende Woche

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Was für eine spannende Woche: Am Montag hatte ich ein spannendes Interview mit einem israelischen Politologen Amal Jamal, am Dienstag ging es munterlustig weiter, da habe ich mit einem Experten für das Baskenland gesprochen (da der Artikel noch nicht erschienen ist, hüte ich das Geheimnis noch) und heute dann war ich bei einer OSZE-Tagung über Terroropfer.

Zwar bin ich recht geschafft, aber ziemlich zufrieden: Ich liebe es, vor Ort zu sein, bin eine leidenschaftliche Anhängerin von Face-to-Face-Interviews und mag sowieso immer gerne unter vielen verschiedenen Menschen sein, neue Dinge lernen und neue Eindrücke sammeln. Ach, wenn ich das nur öfter könnte ;-) .

“Es fehlt das Vertrauen”

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jamIm Allgemeinen wollen beide Seiten Frieden, davon ist der israelische Politikwissenschafter Amal Jamal überzeugt. Das Problem aber seien die Details.

Im Interview relativiert er daher allzu große Erwartungen an die Gespräche zwischen Israels Premier Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas. Außerdem erklärt er, warum die Palästinenser zwar nicht verstehen, warum Israel und der Westen nicht mit der Hamas reden wollen, zugleich aber nicht damit einverstanden sind, dass sich die Hamas ebenso weigerte, mit Israel zu sprechen. Ein Interview für derStandard.at.

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derStandard.at: Wie wird eigentlich die faktische Zweiteilung der Palästinenser und die Unterstützung der Fatah durch den Westen von den Palästinensern erlebt?

Amal Jamal: Bis heute verstehen die Leute in Gaza und im Westjordanland nicht ganz, warum die Israelis und die westlichen Länder nicht mit der Hamas reden wollen. Die Hamas ist Teil der palästinensischen Gesellschaft, oft gibt es in einer Familie sowohl Hamas- als auch Fatah- Mitglieder.

Außerdem muss man die Frage stellen, warum die Palästinenser die Hamas gewählt haben, nämlich weil die Fatah-Führung unfähig und korrupt war und sie haben ihre Meinung dazu nicht verändert. … weiterlesen »

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