Fundstück

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Dieses nette Fundstück flatterte heute in mein Postfach:

Danke Ruth!

Baumeister Baumann auf der Jagd nach rassistischen Beschmierungen

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Zur Abwechslung hatten wir heute mal eine wirklich nette Geschichte in unserem Anti-Rassismus-Schwerpunkt: Ein Baumeister, den rassistische Beschmierungen so geärgert haben, dass er aktiv wurde. Das Ergebnis: Die “Beschmierungsambulanz”.

Premiere: Nino und das Auto

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Heute hatte mein kleiner Kater eine kleine Premiere: Zum ersten Mal im Autofahren. Weil ich ihn nämlich gerne mit mir kommende Woche nach Kärnten nehmen würde, haben meine Eltern und ich beschlossen, dass wir Nino einmal ausführen, um ihn an das Auto zu gewöhnen. Nebenbei bemerkt hatte ich den Eindruck, dass mein Vater ihn auch gerne mal erleben würde.

Auf alle Fälle war ich sehr neugierig, wie er sich verhalten würde, denn in der Straßenbahn hatte er bislang immer einen Mords-Aufstand gemacht, so dass sich ständig irgendwer umsah, warum denn die arme Katze gar so jämmrlich schreit. Der Weg war nicht weit, aber doch wäre es anstrengend genug gewesen, wenn er die ganze Zeit auch so gejault hätte.

Aber nichts dergleichen: Nino saß zwar zunächst recht eingeschüchtert in seinem Korb, dann versuchte er neugierig alles wahrzunehmen, was sich da so um ihn herum tat, und mir der Zeit wirkte er relativ ruhig und hielt die Fahrt ganz tapfer durch.

Bei meinen Eltern zu Hause angelangt, klappte noch alles wie am Schnürchen: Nino erkundete erst konzentriert die Wohnung, schnüffelte alles ab, inklusive meiner Eltern, ließ sich relativ bald auch von ihnen angreifen, und irgendwann dann war der Bann gebrochen und mein kleiner Kater sauste auf der Jagd nach Kastanien – von denen er gleich zwei unter dem Sofa meiner Eltern versenkte – in der Wohnung herum, fast als wäre er schon immer dort zu Hause gewesen. Und auch meine Eltern hatten eine wahre Freude: Mein Vater kugelte am Boden herum, von meiner Mutter ließ sich Nino bereitwillig streicheln und er schien sich sehr wohl zu fühlen.

Inzwischen sind wir wieder zu Hause und er scheint nach wie vor recht zufrieden zu sein, auch wenn ihn der Ausflug natürlich sehr erschöpf hat – er schläft jetzt mal ne Runde.

Alles in allem war der Ablauf des heutigen Ausflugs eine Erleichterung für mich, denn ich hatte den Kater ja nur genommen, weil ich beruhigt wurde, dass man auch eine Katze, wenn man früh anfange, an Ortswechsel gewohnen könne. Nun habe ich zwar nicht vor, ihn durch die Weltgeschichte zu schleppen, dennoch wäre es einfach fein, wenn ich ihn zumindest ab und zu nach Kärnten mitnehmen könnte.Jetzt bin ich allerdings neugierig, wie er sich am Samstag anstellen wird, denn die Reise dauert doch mehr als vier Stunden. Die Probe hat auf alle Fälle mal geklappt, jetzt heißt´s Daumen drücken, dass das auch am Samstag so reibungslos abläuft.

Mann richtet über Frau, immerhin ein Gericht über den Mann

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Gestern spätabends stolperte ich noch über Menschen bei Maischberger. Geladen waren Vertreterinnen von Judentum, Christentum und Islam, ein Vertreter des Buddhismus sowie eine Atheistin. Der Titel: Dienerinnen Gottes – Ist Religion frauenfeindlich?.

Irritiert hat mich dabei vor allem eine Aussage von Houaida Taraji, der stellvertretenden Präsidentin der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland. Frau Maischberger bat sie um eine Stellungnahme zu einer Passage auf der Homepage der Islamischen Gemeinschaft, wonach eine Ehebrecherin zur Strafe von ihrem Mann geschlagen werden dürfe. Zwar war ihre Antwort lang, eine eindeutige Stellungnahme, die widerlegen würde, dass es sich hier nicht um eine frauenfeindliche Regel handelt, fand sie aber nicht.

Kurz zusammengefasst sagte sie: Vor den Schlägen seien ja noch andere Sanktionen vorgesehen, und schließlich könne ja auch eine Frau ihren ehebrechenden Mann vor Gericht bringen, dieser wiederum könne gar mit Auspeitschung bestraft werden.

Schon die Bestrafung von Ehebruch mit körperlicher Züchtigung zu verteidigen, gar zu ihr zu stehen, mutet mir seltsam an. Der grundlegende Unterschied aber liegt – wie so oft – darin, dass dem Mann immerhin ein Gerichtsverfahren zugestanden wird, während über die Ehebrecherin der Ehemann selbst urteilt. Von den unterschiedlichen Konsequenzen von Ehebruch für die unterschiedlichen Geschlechter ganz zu schweigen.

Ein Wunsch, nicht nur für Weihnachten

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“Nehmen Sie doch bitte einen Einkaufswagen”, rief heute die entnervte Verkäuferin im Supermarkt um die Ecke. Das Problem: Ich und zwei weitere Einkäuferinnen “blockierten” die Kasse, weil wir unsere Sachen noch einpackten.

Dabei will ich gar nicht die Kassiererin zum Sündenbock machen, sie macht nur das, was von Geschäftsführung und KäuferInnen von ihr erwartet wird: Das Zahlen möglichst schnell abwickeln, so dass man nicht allzu lange an der Kasse stehen muss. Und es ist genau dieser Ansatz, der mich nervt.

Zwar bin ich zugegeben ein sehr ungeduldiger Mensch. Was ich noch viel mehr hasse, ist unnötiger Stress. Stress, dass ich meine Einkäufe am besten auf wundersame Weise schon eingepackt habe, sobald sie über die Laserkasse gezogen wurden. Stress, selbst mit Einkaufswagen, denn dann habe ich meistens sehr viel eingekauft und auch diese Waren müssen so schnell wie möglich in das Wägelchen geworfen werden, um keinen Stau zu verursachen. Stress, das Geld schnell zusammen zu suchen, am besten schon vorher ungefähr wissen zu sollen, was es ungefähr kostet, keine Zeit mit Kleingeld-Rauskramen verwenden, denn das haben die VerkäuferInnen schneller beinander. Stress, gleich wieder den Einkaufswagen leer geräumt zu haben, damit ihn die Nächsten gleich wieder benutzen kann. Ein Horror vor allem für alte Menschen, die alles nicht mehr so schnell schaffen – aber ein Horror auch für mich.

An Tagen wie heute denke ich sehnsüchtig an meine Zeit in Frankreich. Da hat man ein Recht auf Zeit, Maßstab sind nicht jene, die es eilig haben, Maßstab ist die Geschwindigkeit jedes/-r Einzelnen. Erst wenn alles eingepackt ist, kommt der/die Nächste dran. Es kostete mich anfangs eine große Überwindung, denn von hier war ich ja das Stress-Einkaufen und ungeduldig “Kassa” schreien gewohnt, wenn´s denn mal ein bisschen länger dauert. Aber eigentlich habe ich es innerhalb kürzester Zeit schätzen gelernt, mich beim Einkaufen nicht mehr so stressen zu müssen.

Dennoch gibt es auch ganz praktische Hilfsmittel, um das Zahlen zu beschleunigen, ohne dass dies gleich in Stress ausartet. Wer ist eigentlich auf die blöde Idee gekommen, die Ablagen nach der Kasse abzuschaffen, so dass auf der einen Seite noch eingeräumt werden kann, während auf der andern Seite bereits die nächsten KundInnen dran sind? Und warum wurden sie genau diesen Supermärkten abgeschafft, wo man am schnellsten an der Kasse vorbei soll?

Abgesehen davon gibt es in Frankreichs Supermärkten durchschnittlich doppelt so viele Kassen. Das aber kostet natürlich wieder Geld (Gehalt der KassiererInnen). Geld, das hier in Österreich offenbar lieber gespart wird, so dass wir uns ordentlich stressen müssen. Da ziehe ich es doch eindeutig vor, mich mit Geld von Stress freizukaufen – und zwar nicht nur vor Weihnachten.

Kärntner Nudeln: Mein Leibgericht

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Weil mein Leibgericht bei meinen Gästen so guten Anklang gefunden hat, lüfte ich nun ganz hochoffiziell das Rezeptgeheimnis der Kärntnernudeln (oder “Kropfn”, wie meine Oma sagt) à la Greil:

Zutaten:

Teig: 300 g Mehl (griffig), Salz, Öl, Wasser

“Fülle”: 1 kg Erdäpfeln/Kartoffeln, ¼ kg Topfen/Quark (von meiner Oma „Schotn“ genannt), 1 Ei, Öl, Petersilie, Schnittlauch, Lauch/Porree, Salz

Zubereitung:

Teig: Mehl salzen, ein Loch in der Mitte machen und mit Öl und Wasser füllen. Zu einem Nudelteig verkneten (am besten immer vom Rand in die Teigmitte verkneten). Rasten lassen.

Fülle: Kartoffeln kochen, schälen und pürieren. Restliche Zutaten untermengen, gut vermantschen und salzen.

Den Teig zu einer Rolle formen und Stücke abschneiden (ca. 3 cm dick), das Teigstück ausrollen und mit der Fülle füllen (am besten so viel Fülle wie möglich, denn sonst werden sie zu teigig und man schmeckt von der Fülle nichts mehr). Den Teig zuklappen und an den Rändern zusammen drücken.

“Krendln”:

Das ist die eigentliche Herausforderung, nämlich den Rand zu machen:

Von einem Ende beginnend faltet man den Teig von unten nach Oben, so dass die Ränder auch gut zu sind und die Nudeln nicht aufkochen.

Am Ende sollten die Nudeln dann ungefähr so aussehen:

In heißen Wasser sieden, bis die Nudeln alle Oben schwimmen. Nudeln herausnehmen und mit zerlassener Butter servieren.

An Guatn!

PS: Die Kärntner Nudeln sind eine Spezialität, die geradezu in jeder Familie anders gemacht wird. Am Bekanntesten ist die Version mit Minze, wie sie auch meine Großmutter väterlicherseits gemacht hat. Ebenso kann man Kerbel hinein geben, auch das schmeckt ausgezeichnet. Am Besten einfach ausprobieren!

Weder Huren noch Unterworfene

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So ist das: Wenn man von Berufs wegen viel schreiben muss, kommt oftmals das private Schreiben zu kurz, und der Weblog liegt brach. Ebenso geht es mir mit dem Lesen, denn zwar lese ich tagtäglich wohl tausende von Buchstaben, aber für die Muße ist die Zeit oft nicht mehr da.

Aber statt zu jammern möchte ich hier lieber ein Buch empfehlen, das ich erst kürzlich fertig gelesen habe und das mich sehr beeindruckt hat: “La racaille de la République” von Fadela Amara und Mohammed Abdi. Darin schildern die Vorsitzende und der Generalsekretär des Vereins “Ni putes ni soumises” (Weder Huren noch unterworfene) ihren Lebensweg und die Hintergründe für ihr politisches Engagement.

Der Verein sorgte für Aufregung, weil er ein Thema aufs Tapet brachte, das weitgehend ignoriert wurde, wenn über die triste Lage junger Menschen in den französischen Vorstädten diskutiert wurde: Die Unterdrückung der dort lebenden jungen Frauen durch patriarchale Strukturen, die durch den steigenden Einfluss von islamistischen Ideen noch einmal schlimmer zu werden droht.

Sie spiele das Spiel der weißen Franzosen, wurde Amara und ihrem Verein vorgeworfen, da sie jene an den Pranger stelle, die damit mit weiteren Diskriminierungen zu leben hätten. Vorwürfe wie diese versuchen die beiden mit ihrem Buch zu entkräften. Es ist ein Bekenntnis für die Rechte der jungen Frauen in den französischen Vorstädten, gegen deren Unterdrückung durch patriarchale Strukturen der Familien sowie gegen die Diskriminierung der Jugendlichen der dritten Generation, für das säkuläre Frankreich und bessere Bildungs- und Berufschancen jener FranzösInnen, deren Eltern oder Großeltern auf der Suche nach einem besseren Leben nach Frankreich kamen – und die als billige Arbeitskräfte gerne (zumindest damals noch) aufgenommen wurden.

Es ist ein beeindruckendes, wenn auch zum Teil ein wenig träumerisches Buch (etwa wenn die beiden darüber sinnieren, was sie tun würden, wenn sie Präsident wären). Es wirft noch einmal ein anderes Bild auf die Lebensumstände in den französischen Vorstädten, die seit den Unruhen im Herbst 2005 wieder in den Blickpunkt der politischen Debatten in Frankreich gerückt ist.

“Aber über Indianer könnte ich Ihnen was erzählen…”

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Mein gestriger Auftrag: Zu den Präsidentenwahlen in Venezuela, die am Sonntag stattfinden, ein Interview zu führen. Nun ist es ja nicht leicht, zu Venezuela eineN Interview-PartnerIn zu finden, die/der eine halbwegs ausgewogene Analyse der Lage anstellen kann. Zu sehr scheiden sich die Geister am Präsidenten Hugo Chávez, zu sehr emotionalisiert der geschickte und bei Linken populäre, bei Rechten verhasste Politiker. Endlich, endlich hatte mir jemand einen Interview-Partner empfohlen, dieser hatte mir auf meine Email-Anfrage auch zugesagt, woraufhin ich extra ein anderes Interview absagte, um mit ihm das Interview führen zu können.

Doch leider hatte ich mich zu früh gefreut. Nein, er wisse nicht, ob er hier der richtige Ansprechpartner sei, denn er sei mit den aktuellen Entwicklungen nicht so auf dem laufenden. Eine Charakterisierung von Manuel Rosales, dem nicht minder umstrittenen Kandidaten der Opposition? Oje, da müsse er passen. Aber: “Wenn Sie was über Indianer in Venezuela wissen wollen: Darüber könnte ich Ihnen was erzählen.” Tja, immerhin: Sollte das einmal wieder Thema sein, habe ich nun wenigstens schon einen potentiellen Interview-Partner.