Nötige Entflechtung

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Trotz schiefer Optik ist die von SPÖ-Chef Gusenbauer angestoßene Debatte über Nationalratsmandate von Spitzengewerkschaftern überfällig. (Ein Komment@r für derStandard.at.)


Nun hat also Gusenbauer angesichts der anhaltenden ÖGB-Krise die Notbremse gezogen. Zwar wäre es glaubwürdiger, hätte der SPÖ-Chef diesen Schritt nicht erst angesichts der neuen Enthüllungen gewagt, die den ÖGB weiterhin beuteln. Es ergibt keine gute Optik, wenn Gusenbauer sich zuerst dafür ausspricht, dass der ÖGB-Chef weiterhin im Nationalrat vertreten ist, und seine Meinung ändert, wenn er den Wahlerfolg der SPÖ gefährdet sieht.

Dennoch: Es ist eine nötige Entflechtung zwischen den beiden Organisationen und besser sie passiert spät als gar nicht – im übrigen gilt das gleiche auch für die ÖVP, auf deren Mandat GÖD-Chef Wolfgang Neugebauer im Nationalrat sitzt. Die Reaktionen etwa aus der Wiener Landespartei zeigen aber, wie schwierig dies sein wird – und wie wenig man in der SPÖ bereit ist, die Krise des ÖGB in all ihren Facetten zu diskutieren.

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Enttäuscht über griechische Zyprioten und EU

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Im Norden hat der lang ersehnte wirtschaftliche Aufschwung eingesetzt, allerdings befürchtet man die Manifestierung der Teilung – Eine Reportage aus Nordzypern für derStandard.at.

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In der Bar eines großen Hotels in Kérinia/Girne an der Nordküste preist ein britischer Immobilienmakler britischen Hotelgästen Bungalows in Nordzypern an. Überall in der Stadt stolpert man über “Real Estate Agents”, in der Umgebung entstehen ganze Bungalowstädte und wo früher kaum ein Restaurant zu finden war, schießen sie nun wie Pilze aus dem Boden.

Der alte Hafen von Kérinia/Girne: In der Stadt an der Nordküste Zyperns lebten griechische und türkische Zyprioten früher zusammen.

Nachdem der Separatstaat Nordzypern mehr als 30 Jahre isoliert war, haben ausländische Investoren nun die Insel entdeckt. Vor allem aus der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien, aber auch aus Deutschland und Israel kommen die Interessenten für die Wohnhäuser “im sonnigen Nordzypern”. Skeptisch beobachtet Kellner Sener E. die heitere Runde in seiner Bar: “Wenn die alle Häuser kaufen, bleiben die Hotelgäste aus”, befürchtet er.

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“Teilung könnte unausweichlich sein”

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Zwei Jahre nach dem Scheitern des Referendums über die Wiedervereinigung Zyperns hat sich nur wenig verändert: Während der Süden inzwischen Mitglied der EU ist, steht die international nur von Ankara anerkannten “Türkischen Republik Nordzypern” nach wie vor außerhalb. Präsident Mehmet Ali Talat warnt im derStandard.at-Interview mit Sonja Fercher vor den Folgen, sollte keine Lösung für das Zypernproblem gefunden werden, und fordert das Ende der Isolation von Nordzypern.

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derStandard.at: Zypern scheint im Moment in einer Sackgasse angelangt zu sein, wie wollen Sie da wieder heraus kommen?

Talat: Es gibt keinen Stillstand, im Gegenteil, die Dinge entwickeln sich weiter. Allerdings macht mir die gegenwärtige Entwicklung große Sorgen, denn sie könnte zur endgültigen Teilung der Insel führen. Je länger die derzeitige Situation anhält, desto schwieriger wird es sein eine Lösung zu finden, am Ende könnte die Teilung gar unausweichlich sein.

derStandard.at: Zugleich werfen Ihnen die griechischen Zyprioten vor, eben diese Teilung anzustreben.

Talat: Das ist nicht richtig, ganz im Gegenteil. Ich habe mich immer für die Wiedervereinigung eingesetzt, und zwar nicht erst vor dem Referendum, sondern schon während meines ganzen Lebens. Wenn es jemanden gibt, der seine Bereitschaft für eine Lösung beweisen muss, dann sind es die politischen Führer der griechischen Zyprioten.

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