Einserfrage: Wie gefährlich ist die Lage in Ägypten?

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Zu den möglichen Urhebern und Hintergründen der Anschlagsserie im ägyptischen Badeort Dahab antwortet: “Sandmonkey”, ein Blogger aus Kairo. (Ein Interview für derStandard.at)


derStandard.at: Wer steckt hinter den Anschlägen?

Sandmonkey: Es gibt noch keine genaueren Informationen, aber die Vermutung, dass es nur eine lokale Gruppe aus Sinai ist, halte ich für lächerlich. Natürlich wurde der Gruppe von den Beduinen geholfen, damit sie an Sprengstoff kommen, aber ich zweifle sehr stark daran, dass nur lokale Beduinen dahinter stecken, obwohl sie sicherlich involviert sind und als Komplizen fungiert haben.

derStandard.at: Die Anschläge kamen nach einer Botschaft, die von Osama Bin Laden stammen soll. Sehen Sie eine Verbingung zur Al Quaida? … weiterlesen »

Weltoffenheit ist etwas anderes

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Der mögliche Ansturm deutscher Studierender angesichts des bevor stehenden EuGH-Urteils ist nur Vorwand für eine verstärkte Selektion der Studierenden
Ein Komment@r für derStandard.at/Uni


Während Bundeskanzler Wolfang Schüssel “keinen Grund zur Panik” sieht, nutzen die österreichischen Unis das bevorstehende EuGH-Urteil dazu, die schon lange bestehende Kluft zwischen Studierendenzahlen und vorhandenen “Kapazitäten” zu lösen. Begleitet wird die Debatte von einer für Österreich nicht untypischen, wenn auch unrühmlichen Polemik: Rudolf Mallinger, Vizerektor der Medizinuni Wien malte gegenüber dem “Falter” den “Teufel” an die Wand: Dass deutsche Studierende ihre österreichischen KollegInnen von den heimischen Unis verdrängen könnten, sei zwar nur ein Worst Case-Szenario, aber: “Die Gefahr besteht”.

Diese “Piefke-Panik” fällt in Österreich zwar auf dankbaren Boden, sie lenkt aber vom eigentlichen Thema ab. Ob der EuGH Österreich nun verurteilt oder nicht: Potentielle Numerus Clausus-Flüchtlinge aus Deutschland wären nur weitere Tropfen auf ein Fass, das schon längst überläuft – und sie sind eine bequeme Ausrede, um dieses Problem zu lösen.

Österreichische Studierende dümmer?

Sieht man sich Mallingers Argumentation genauer an, so ist sie ein gutes Beispiel dafür: Er unterstellt nämlich ungewollt, dass die österreichischen Studierenden dümmer als ihre deutschen Kollegen sind. Schon jetzt gibt es an der Wiener Medizin einen Selektionsmechanismus, denn nach zwei Semestern müssen die Studierenden eine “Summativ Integrative Prüfung” (SIP) absolvieren (nebenbei bemerkt schafft schon jetzt nicht einmal ein Drittel der BewerberInnen diese Prüfung). Damit die Deutschen die ÖsterreicherInnen überhaupt verdrängen könnten, müssten sie also mehrheitlich diese Prüfung bestehen, also besser sein.

Nun soll dem Vizerektor diese Geringschätzung der Leistungsfähigkeit der österreichischen Studierenden nicht unterstellt werden. Natürlich bräuchte es nicht viele zusätzliche deutsche Studierende, um das System zum Kollaps zu bringen. Allerdings gibt es an der Medizinuni Wien eben schon jetzt Zugangsbeschränkungen.

“Piefkes” als Vorwand für verstärkte Selektion

Unter dem Vorwand, für einen möglichen “Ansturm” deutscher Studierende vorsorgen zu müssen, sollen diese nun verschärft werden: Der Zugang zu Praktika und Übungen soll weiter eingeschränkt werden, kündigte Mallinger an. Nicht nur das, nach den Vorstellungen von Rektor Schütz sollen die Studierenden die SIP in Zukunft nicht erst nach dem zweiten, sondern schon nach dem ersten Semester absolvieren. Nur noch 600 Studierende sollen für Lehrveranstaltungen im zweiten Semester zugelassen werden. Derzeit fangen in der Medizin aber rund 2000 Studierende an und dann sollen auch noch die Piefkes bei uns studieren und uns die raren Plätze auch noch wegnehmen? Diese emotionale Reaktion ist zwar nachvollziehbar, sie ist aber zugleich demagogisch.

Dass Österreich die Studierenden auffangen soll, die deutsche Unis nicht ausbilden, ist natürlich eine problematische Forderung, die EuGH-Generalanwalt Francis Jacobs implizit an Österreich stellt. Dass potentielle deutsche “Numerus-Clausus-Flüchtlinge” aber zum Vorwand für eine verstärkte Selektion an Österreichs Universitäten genommen werden, zeugt nicht gerade von Weltoffenheit – eine Weltoffenheit, die Universitäten aber auszeichnen sollte. (13.4.2005)

“Da gibt’s auch manchmal Revolutionen”

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Der österreichische Ex-Außenminister und Vorsitzende des Österreichisch-Französischen Zentrums Peter Jankowitsch rechnet mit einer völlig neuen Arbeitsmarktreform und sieht Chiracs “Rennpferd” für die Präsidentschaft stark geschwächt. (Ein Interview für derStandard.at)

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derStandard.at: Der umstrittene “Contrat première embauche” (CPE) soll nun im Rahmen einer parlamentarischen Arbeitsgruppe noch einmal verhandelt werden. Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass es noch zu einer weiteren Änderung kommt?

Peter Jankowitsch: Ich glaube, dass dieser CPE in seiner ersten Version Vergangenheit ist. Selbst die Präsidentin des Unternehmerverbands MEDEF Laurence Parisot meint, dass man nicht der Jugend die gesamte Last der Reform des Arbeitsmarktes aufbürden kann.Offenbar ist der Versuch gescheitert, den Arbeitsmarkt über die Jugendbeschäftigung zu reformieren – obwohl das natürlich eines der drängendsten Probleme auch in Frankreich ist. Ich glaube, dass anstelle dieses Reformversuches etwas ganz anderes wird kommen müssen, nämlich eine Reform des gesamten Arbeitsmarkts statt nur in diesem einen Segment, das natürlich besonders heftige Reaktionen bei der Jugend auslöst. … weiterlesen »