Frau am Kessel
Veröffentlicht am 2. Mai 2013 | Kein Kommentar
Alle Versuche, Kandidatinnen für technische Lehrberufe zu begeistern, scheitern. Schuld sind altmodische Rollenbilder. Erschienen in: Die Zeit, 2. Mai 2013.
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Ihr Arbeitsumfeld besteht aus großen Kesseln, Rohren, Förderbändern und Robotern. Mitten in dieser metallischen Technikkulisse führt Cornelia Luger durch die einzelnen Stationen, die das Bier auf seinem Weg in das Fass oder die Flasche durchläuft. “Bei uns ist alles vollautomatisch. Das Einzige, was passieren kann, ist, dass beim Bock der Läuterbottich nicht gut läuft. Dann muss man von Hand mitarbeiten”, erklärt die 21-Jährige. Seit drei Jahren arbeitet Luger in der Brauerei Mohren in Dornbirn: Sie ist die erste Frau in Österreich, die die Lehre als Brau- und Getränketechnikerin erfolgreich absolviert hat, die erste Bierbrauerin des Landes. Weiter geht´s hier.
Digitale Nomaden
Veröffentlicht am 25. April 2013 | Kein Kommentar
Moderne Wanderarbeiter entwickeln ein neues Konzept von Arbeit. Für die Freiheit, auch am Strand produktiv sein zu können, verzichten sie auf Sicherheit. Erschienen in: Die Furche, Nr. 17, 25.4.2013.
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Es braucht drei Versuche per Skype und Handy, bis die Verbindung endlich steht. Dabei ist Conni Biesalski gerade einmal nicht auf einem anderen Kontinent unterwegs, sondern hat in Berlin ihr Quartier aufgeschlagen. Sie hat vor, hier auch eine Weile zu bleiben – bis sie wieder die Reiselust packt. Die 29-Jährige bezeichnet sich selbst als „Digitale Nomadin“: Die meiste Zeit ist sie in der Weltgeschichte unterwegs. Und das schon seit langem: „Ich war drei Jahre in Salzburg. Das ist der längste Zeitraum in den vergangenen 15 Jahren, den ich an einem Ort verbracht habe“, erzählt sie. Biesalski verdient ihren Unterhalt als selbständige Social Media-Beraterin und durch ihren Reiseblog. Alles, was sie zum Arbeiten braucht, ist ein Laptop und eine funktionierende WIFI-Verbindung.
Ein bisschen holprig ist die Kontaktaufnahme auch mit Patrick Hundt. Er ist derzeit in Laos, und das Internet in seiner Unterkunft lässt kein Skype-Gespräch zu. Ein paar Tage später hat er ein neues Hostel gefunden. „Hier läuft es nicht nach den Regeln, die man in Europa oder in den USA kennt. Hier ticken die Uhren anders“, erklärt er. Auch Hundt ist digitaler Nomade, gestaltet sein Leben aber anders. Zwar arbeitet auch er von unterwegs, derweil sieht er das allerdings nur als Zuverdienst. Immer wieder kommt er länger nach Hause – um den Halt und die sozialen Netze nicht zu verlieren. Dennoch scheint auch er Lunte gerochen zu haben: „Wenn man unterwegs ist, kann man sich nicht mehr vorstellen, die ganze Zeit zu Hause zu sein“, meint er. Weiter geht´s hier.
Reiseblogs der portraitierten Nomaden:
Conni Biesalski: www.planetbackpack.de
Patrick Hundt: www.101places.de
Tim C: www.earthcity.de
Berufswahl mit offenen Augen
Veröffentlicht am 21. April 2013 | Kein Kommentar
Im europäischen Vergleich steht Österreich punkto Jugendarbeitslosigkeit zwar gut da, aber die Gewerkschaftsjugend sieht Handlungsbedarf bei Schule und Lehre. Erschienen in: Arbeit&Wirtschaft 3/2013.
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Generation Praktikum, Lehrstellenmangel, Pisa-Misere: Blickt man über die Grenzen, dann sehen die Zukunftsperspektiven für Jugendliche düster aus. Zumindest was die Jugendarbeitslosigkeit betrifft, steht Österreich besser da: Innerhalb der EU ist es das Land mit der zweitniedrigsten Jugendarbeitslosigkeit.
Lage in Spanien schlimmer
„Von den europäischen Kollegen weiß ich, dass die Lage zum Beispiel in Spanien viel schlimmer ist als in Österreich. Aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen“, meint Michael Trinko von der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Denn so gut Österreich im europäischen Vergleich auch aussieht: Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen ist immer noch doppelt so hoch wie jene der Erwachsenen, betont der Gewerkschafter. Dazu kommt, dass Bildung in Österreich nicht von der Begabung abhängig ist, sondern vom Geld und von der Bildung der Eltern. So hat mehr als die Hälfte der Familien, deren Kinder in die fünfte Klasse AHS gehen, ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 2.400 Euro – nur 15 Prozent hingegen haben eines von bis zu 1.500 Euro. Im Gegensatz dazu stehen einem Drittel der Familien mit Kindern in den Polytechnischen Schulen nur bis zu 1.500 Euro zur Verfügung. Über 60 Prozent der AkademikerInnen-Eltern streben für ihre Kinder ebenfalls ein Studium an.
Besonderen Handlungsbedarf sieht Trinko bei den sogenannten „U-Booten“. So werden jene jungen Menschen bezeichnet, die die Schule mit Ende der Schulpflicht verlassen – und danach keine weitere Ausbildung mehr anhängen. Schätzungen gehen davon aus, dass es jährlich 8.000 bis 10.000 SchulabbrecherInnen gibt. Diese tauchen dann mit 20, 21 Jahren wieder auf dem Arbeitsmarkt auf und haben dort ohne Ausbildung natürlich schlechte Karten, erklärt Trinko. „Jede und jeder einzelne Jugendliche soll zumindest mit einem Pflichtschulabschluss aus der Schule herauskommen.“ Weiterlesen
Engagiert in der JournalistInnenausbildung
Veröffentlicht am 10. April 2013 | Kein Kommentar
Im Moment mache ich sehr verschiedene Dinge – unter anderem engagiere ich mich in der JournalistInnenausbildung. Besser gesagt: Weil ich selbst freie Journalistin bin und weiß, wie schwierig das sein kann, bin ich schon länger der Meinung, dass es Angebote zur Unterstützung geben sollte. Immerhin ist die schwierige Lage dieser Gruppe in aller Munde, bloß welche Angebote gibt´s, die dieser Zielgruppe helfen?
Glücklicherweise fand ich eine Ansprechpartnerin, die genau da gerne ansetzen will: Daniela Kraus, Geschäftsführerin von fjum_forum journalismus und medien wien. Dazu kam Roman Hummel von der Uni Salzburg, der ein wissenschaftliches Interesse am Projekt hat. Das Ergebnis: Das fjum startet eine Initiative für freie Journalisten unter dem Motto “erste hilfe für freie”. Die Organisation liegt in meiner Hand und ich freue mich schon sehr darauf.
Nähere Infos:
“fjum_forum journalismus und medien startet Initiative für freie Journalisten” (etat.at)
Neu: erste hilfe für freie (www.fjum-wien.at)
Italien: Ausbeutung von LandarbeiterInnen
Veröffentlicht am 10. April 2013 | Kein Kommentar
“Wir haben von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends gearbeitet, jeden Tag in der Woche, für 20 Euro am Tag. Wir durften keine Pausen machen, nicht einmal um zu essen. Wir aßen die Orangen von den Sträuchern.“ Mit diesen Worten schildert Kojo, ein Landarbeiter aus dem Togo, die Arbeitsbedingungen auf einer Plantage im süditalienischen Rosarno. Nachzulesen ist seine Aussage in einem Bericht von Amnesty International über die Lebens- und Arbeitsbedingungen von MigrantInnen in Italien, die auf den Feldern unter schwerem körperlichen Einsatz für einen Hungerlohn Obst und Gemüse ernten.
Kojo arbeitet in jenem Ort, der vor zwei Jahren negative Schlagzeilen machte, als Proteste von MigrantInnen eskalierten, was BewohnerInnen zum Anlass nahmen, eine Menschenjagd auf die dort lebenden afrikanischen MigrantInnen zu machen. Zwei Jahre später begab sich Amnesty erneut vor Ort, um die Lage zu überprüfen. Das Ergebnis: Zwar hatten sich die Lebensbedingungen verbessert, in erster Linie allerdings nicht durch staatliche Bemühungen, sondern dank des Einsatzes von NGOs. Weiterlesen