Schokolade aus der Wiener Vorstadt

Veröffentlicht am 7. April 2014 | Kein Kommentar

Alois Niederle gründete in den 1950er-Jahren die Manufaktur Jonny Schokoladen. Anfangs produzierte er Rumpastillen in seiner Wohnung und verkaufte diese per Bauchladen. Heute leiten seine Tochter Eveline Dürnberger und ihr Ehemann Anton die kleine Manufaktur in Meidling. (Erschienen in: Die Presse am Sonntag).

***

Man muss es schon wissen. Sonst würde man an dem unscheinbaren Gebäude in der Tivoligasse 24 in Wien Meidling einfach vorbeigehen. Selbst wenn man vor dem Haus steht, könnte man noch eine Wohnung hinter den Fenstern mit den zurückgerafften Vorhängen und der Blume auf dem Fensterbrett vermuten. Sieht man jedoch genauer hin, entdeckt man in einem Fenster ein weißes A4-Blatt mit einer Produktliste, und spätestens dann wird klar: Man steht tatsächlich vor der Manufaktur von Jonny Schokoladen. Betritt man die Räume, riecht man schon die Schokolade, mit der Eveline und Anton Dürnberger Rum, Früchte und Nüsse überziehen.

Zum ganzen Artikel geht´s hier.

Harald Martenstein und die Piefkes

Veröffentlicht am 30. März 2014 | Kein Kommentar

Vergangene Woche hatte ich das Vergnügen, bei Harald Martenstein eine Schulung zu Kolumne und Glosse zu besuchen. Hat wirklich großen Spaß gemacht, denn aus ihm sprudeln die komischen Geschichten nur so hervor. Zudem ist er ein sehr sympathischer Zeitgenosse, der Kritik so zu äußern versteht, dass man richtig Lust bekommt, sich auszuprobieren und zu lernen.

Für den Workshop sollten wir einen Text verfassen. Nur worüber schreiben? Und vor allem: Kann ich das wirklich, das mit dem lustig sein? Egal beschloss ich, ein Schreibcoaching bei Amelie Gräf hat mir Mut gemacht, auch mal was auszuprobieren und zu riskieren. Also schrieb ich drauf los und schickte ihn ein.

“Der beste Maßstab, ob ein Text lustig ist, sind immer Sie selbst”, meint Harald Martenstein. “Wenn nicht einmal Sie einen Text lustig finden, ist er es wohl auch nicht. Aber wenn schon, gibt es da draußen sicher jemanden anderen, dem es auch so geht.” So viel sei gesagt: Der erste Entwurf fiel durch. Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Martenstein und die anderen TeilnehmerInnen für die feine Kritik – und an ihn für den Input für ein besseres Ende.

Wie heißt es noch: Wer nicht wagt, nicht gewinnt? Deshalb wage ich es nun, den Text in einer überarbeiteten Version online zu stellen. Ich selbst finde ihn ja witzig. Mal sehen, ob es Ihnen auch so geht. Wenn nicht halte ich mich an Samuel Becket und werde es wieder probieren und hoffentlich das nächste Mal zumindest besser scheitern.

***

Der Piefke und der Masochist

Eine Geschichte über die trennende gemeinsame Sprache und dem angespannten Verhältnis des kleinen Bruders seinem großen gegenüber.

Ein Österreicher und ein Deutscher sitzen in einem Wirtshaus gemeinsam am Stammtisch. Der Österreicher ist in einen Monolog verfallen, wie ihn Promille manchmal hervorbringen:

„Ihr Deutsche habt´s einfach keinen Humor. Na ja, haben tut´s schon einen, aber so an lauten und platten. Die feine Klinge, wie man so sagt: Das ist das wahre. Und das können wir. Na gut, der Mundl ist schon ein bissl derb. Oder der Roland Dühringer. Aber so wen wie den Qualtinger habt´s es net. Oder wie den Hader. Der Hader, ja, das ist halt österreichischer Humor! Da, wo einem das Lachen im Halse stecken bleibt.”

Der Deutsche runzelt die Stirn, doch bevor er etwas sagen kann, setzt der Österreicher schon wieder seinen Monolog fort: “Man darf halt alles nicht immer so ernst nehmen. Das ist das Problem von Euch Deutschen: Es seids viel zu ernst. Man muss si doch net gleich so aufregen: Am Amt, da sans alle deppert. Das war scho immer so.

Und immer diese Ordnung! Ein bissl ein Chaos ist doch was Feines. Zackig und geordnet: So seids es halt, Ihr Deutschen. Und so laut! So wie Euer Humor (lacht in sich hinein). Zackig, ja, so spielt´s auch Fußball. Aber da hammas Euch geben: 3 zu 2 hamma Euch wegputzt. Damals. In Cordoba. Mit der Schmach müssts erst einmal fertig werden, es Piefke!”

Der Deutsche sieht den Österreicher irritiert an und fragt: “Was habt Ihr nur immer mit diesem Piefke?”

Der Österreicher: „Ach, stell Dich nicht so an. Ihr habt doch sicher auch so ein Wort für uns Österreicher. Das kannst mir nicht erzählen!“

Der Piefke grübelt nach. Zögernd erwidert er: “Vielleicht Masochisten?”

Die Vielfalt des Freiseins

Veröffentlicht am 29. März 2014 | 2 Kommentare

“Was sind für Euch eigentlich die Vorteile des Freien-Daseins?”, warf kürzlich meine Kollegin Susanne Wolf als Frage in die Freien-Runde. Gerade in den letzten Wochen habe ich wieder einmal die zwei sehr konträren Seiten dieser Arbeit so intensiv erlebt wie schon lange nicht mehr. Das bange Warten auf Honorare und die quälenden Fragen: Hat das wirklich Zukunft? Will ich mir das wirklich weiter antun? Bis dann endlich wieder die richtige Frage kam: Wie kann ich mich besser aufstellen? Nun ja, im Grunde sind es Fragen, die Angestellten nicht minder fremd sind, denn finanzielle Sicherheit muss noch nicht glücklich machen.

Gender und Innovation

Zum Glück gibt es eben auch die andere Seite des Freien-Daseins: Ich habe in den vergangenen Wochen Geschichten gemacht, die mir dermaßen Spaß gemacht haben, dass ich mir ein Leben nicht mehr vorstellen will, zu dem diese Arbeit nicht mehr dazu gehört. Ich konnte an meine bisherigen Recherchen zu “Frauen in der Technik” anknüpfen, dieses Mal habe ich mir für die Zeitschrift Austria Innovativ die Wissenschaft genauer angesehen. Dafür konnte ich mit neuen, spannenden ExpertInnen sprechen und habe eine wesentliche Erkenntnis gewonnen: Auch wenn Frauenförderprogramme durchaus eine wichtige Funktion erfüllen – so lange sich das System nicht grundsätzlich ändert, werden wir bei dem Thema nicht vom Fleck kommen. Dabei geht es weit darüber hinaus, mehr Kinderbetreuungsplätze zu schaffen oder mehr Männern die Karenz schmackhaft zu machen. Wer mehr darüber wissen möchte: Hier geht´s zur Zeitschrift.

Die Welt auf den Kopf gestellt

© Welthaus

Das andere Thema waren internationale Beziehungen. Nur wenig vermisse ich mehr, seitdem ich derStandard.at verlassen habe, als die vielfältigen außenpolitischen Entwicklungen per Agentur zu beobachten, in eigenen Berichten aufzuarbeiten und damit auch noch meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Seit damals beobachte ich die internationale Politik mehr aus dem Augenwinkel, denn ich habe mich auf andere, nicht minder spannende Themen konzentriert. Umso größer war mein Vergnügen, für Upgrade, die Zeitschrift der Donauuni Krems, wieder einmal darin eintauchen zu können. Thema: Global Network Society. Was ich dabei besonders geschätzt habe war, dass ich einen kritischen Blick auf die Wahrnehmung internationaler Beziehungen werfen durfte. Das schönste Geschenk war das Feedback einer Expertin: “Der Artikel regt zum Nachdenken an.” Wer ihn gerne lesen möchte: Bitte folgen Sie mir.

Vielfalt und Freiheit

Kurzum: Die Arbeit als freie Journalistin ermöglicht es mir, meine vielfältigen Themen und Zugänge unter einen Hut zu bringen. Natürlich, es wäre falsch zu behaupten, dass ich das in meinen Anstellungen nicht konnte oder dass das in einer Anstellung unmöglich wäre. Ganz im Gegenteil. Aber im Moment genieße ich es einfach, dass es ganz allein an mir liegt – und dass ich die Freiheit habe zu entscheiden, wann, wo oder für wen ich all das machen kann.

Dazu kam, dass mich im vergangenen Jahr eine private Angelegenheit in Atem hielt. Es war schlichtweg sehr praktisch, dass ich geradezu überall meinen Arbeitsplatz aufschlagen konnte und damit auch kurzfristig zu meiner Familie reisen konnte, ohne dass ich mir auch noch allzu viel Gedanken um ArbeitgeberInnen oder ArbeitskollegInnen machen musste. Die einzige, mit der ich das alles ausmachen musste, war ich selbst.

Selbständig-sein ist nicht immer angenehm. Aber ich bin dankbar für all das, was ich dadurch gelernt habe. Und ich bin all jenen Menschen dankbar, die mich unterstützt, mir zugehört und mir Mut zugesprochen haben,  die schöne, interessante oder spaßige Momente mit mir verbracht haben, und die sich mit mir auf so manches Abenteuer eingelassen haben.

Kampfgeist und Begeisterung

Nein, ich bin wirklich nicht bereit, auf diese Freude zu verzichten, die mir diese Arbeit ebenso wie diese Art zu arbeiten macht. Ich hoffe, dass mir mein Kampfgeist noch eine ganze Wiele erhalten bleibt. Zumindest werde ich alles dransetzen, diese Begeisterung für Themen und für den Journalismus insgesamt weiterzugeben. Diese Welt ist so vielfältig, so spannend, so schmerzhaft, so schön und einfach genial: Es lohnt sich, sie zu entdecken – und es macht einen Heidenspaß, darüber zu schreiben.

PS: Es war kürzlich wieder die Rede davon, wie schwierig der Arbeitsmarkt für JournalistInnen ist, und es gab wieder frustrierende Berichte über anstehende Kündigungen und Einsparungen. Die Krise des Journalismus will ich mit meinem Beitrag keinesfalls schönreden. An dieser Stelle möchte ich nicht nur Werbung für den Freien:Stammtisch machen, sondern auch für die Österreichischen Journalismustage, bei denen es um guten Journalismus gehen wird. Ich freu mich schon!

Der Kampf gegen das “andere Geschlecht”

Veröffentlicht am 14. März 2014 | Kein Kommentar

Frankreichs Konservative bekämpfen neuerdings nicht nur die “Ehe für alle”, sondern auch die “Gender-Theorie” als Ganzes – Entzündet sich die Proteste am Schulprojekt “ABCD der Gleichheit” (Erschienen in:  dieStandard.at)

***

Es ist inzwischen 65 Jahre her, dass Simone de Beauvoir ihre Schrift “Das andere Geschlecht” vorgelegt hat, in der sie den berühmt gewordenen Satz formulierte: “Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht.” Eben diese soziale Konstruktion von Geschlechterrollen, wie sie der Begriff “Gender” bezeichnet, sorgt nun in der Heimat der Philosophin für hitzige Debatten und für eine immer breiter werdende Kampagne.

Weiterlesen.

Eingesperrt im AMS und drei weitere Anekdoten

Veröffentlicht am 10. März 2014 | Kein Kommentar

Es gibt Momente, wo man sich im Nachhinein fragt, warum man nicht geistesgegenwärtiger war. Ein solcher passierte mir vor einiger Zeit, als ich mit dem AMS zu tun hatte. “Bitte kommen Sie spätestens 10 Minuten vorher, denn wir sperren dann die Tür zu”, sagte mir der Berater am Telefon. Vielleicht habe ich es nicht glauben wollen, jedenfalls dachte mich mir noch nicht allzu dabei gedacht. Vermutlich aber hatte ich zu dem Zeitpunkt ganz andere Sorgen als eine zugesperrte Tür beim AMS.

Als ich dann in diesem Raum saß und tatsächlich die Tür zugesperrt wurde, musste ich erst einmal tief durchatmen. Bei dem Termin wurden die TeilnehmerInnen über grundsätzliche Dinge zum Thema Arbeitslosengeld, Jobsuche und Angeboten des AMS informiert. Der Besuch ist Pflicht, wer nicht hingeht, dem/der droht die Streichung der Förderungen.

Das allein wäre noch kein Problem, die Veranstaltung dauerte knapp eine Stunde und ich konnte ein paar nützliche Informationen mitnehmen. Dass man erwachsene Menschen in einen Raum einsperrt aber, darüber ärgere ich mich eigentlich bis heute mindestens so sehr wie darüber, dass ich damals nichts darüber geschrieben habe. Schließlich gibt es zum Thema AMS weitaus mehr zu erzählen als diese Anekdote. Einiges davon hat mein Kollege Gunther Müller in der aktuellen Zeit unter dem Titel “Weggeschoben” zum Thema gemacht – eine sehr lohnende Lektüre!

Anekdote zwei: Weiterbilden ja, aber nicht am Abend oder Wochenende!

Ergänzen möchte ich noch drei weitere Anekdoten: Ich wollte mich damals in Sachen Journalismus und Grafik weiterbilden. Im Auge hatte ich eine Moderationsschulung sowie Weiterbildungen zu den Themen Bildbearbeitung und Webdesign. Das Prozedere bei Maßnahmen, die nicht übers AMS angeboten oder vermittelt werden, ist einfach: Man wendet sich an die Weiterbildungseinrichtung und lässt sich einen Kostenvoranschlag zuschicken, den man dem/der AMS-BeraterIn vorlegt. DieseR wiederum entscheidet, ob die Maßnahme Sinn macht oder nicht, also genehmigt wird oder nicht. Um Sinn oder Unsinn ging es in meinem Fall aber gar nicht. Die von mir gewünschten Weiterbildungen wurden einzig und allein deshalb abgelehnt, weil sie jeweils am Wochenende oder am Abend stattgefunden hätten.

Anekdote drei: Zeitvertreib statt sinnvoller Weiterbildung

Dafür mag das AMS seine Gründe haben, mir hätten diese Maßnahmen allerdings weitaus mehr gebracht als jede Bewerbungsschulung. Eine weitere Anekdote dazu: Vor einigen Jahren war ich einen Monat zwischen zwei Jobs arbeitslos, damals schickte man mich in eine Maßnahme für AkademikerInnen – und das, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt schon eine Jobszusage für einen weiteren Job hatte. Es war ein zweitägiges Seminar, das ja ganz nett, im Großen und Ganzen aber eher Zeitvertreib denn sinnvolle Maßnahme war. Völlig anders wäre es mit den von mir vorgeschlagenen Seminaren gewesen. Sei´s drum, ich habe mir die Weiterbildungen dann selbst finanziert und bin froh darüber, denn sie waren wirklich super.

Anekdote vier: “Richtige” Beratung erst nach drei Monaten?

“Die ersten drei Monate kannst Du Dich zurücklehnen.” Immer wieder hörte ich damals diesen Satz. Doch ich wollte mich nicht zurücklehnen, ganz im Gegenteil. Ich wollte Beratung, meine Optionen ausloten, Schritte in die Zukunft setzen. Dafür braucht man das AMS nicht, keine Frage. Nichts desto trotz fand ich es einigermaßen seltsam, dass ich erst drei Monate hätte warten sollen, bis ich eine “richtige” Beratung bekommen hätte. Zum Glück aber brauchte ich selbst diese nicht mehr, denn meine Rastlosigkeit hatte mir genug Aufträge beschert, so dass ich mich beim AMS wieder abmelden könnte. Nach wie vor aber denke ich, dass es nur wenig Sinn macht, Menschen drei Monate lang mehr oder weniger allein lavieren zu lassen, bevor man ihnen eine “richtige” Beratung zukommen lässt.

Weg mit der Sexbrille, her mit der Liebe!

Veröffentlicht am 10. Januar 2014 | Kein Kommentar

Es muss wohl daran liegen, dass im Begriff Homosexualität der Begriff “Sex” steckt – und dass genau dieses Thema in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabu ist, Feuchtgebieten und Shades of Grey zum Trotz. Zumindest würde dies erklären, dass der Begriff Homosexualität schnell Assoziationen an Sexpraktiken auslöst – und zwar durchaus auch bei Menschen, die nicht homophob sind. Es scheint, als dürften “wir” genau bei dem Thema dieses Tabu überwinden und darüber reden. Es erklärt auch, warum davon geradezu eine Faszination ausgeht, immerhin ist auch das einem Tabu inhärent: Es darf nicht gebrochen werden und doch will man nichts lieber als genau das.

Es ist allerdings menschenunwürdig, wenn ein Mensch nur auf eine Dimension reduziert wird. Die menschliche Identität hat viele Facetten, die Sexualität ist nur eine davon, wenn auch eine sehr schöne und wichtige. Thomas Hitzlsperger bringt es sehr gut auf den Punkt, wenn er auf die Frage, ob er andere homosexuelle Profi-Fußballer kenne, nach dem Nein hinzufügt: “Sie dürfen auch nicht glauben, dass wir ständig über unser Privatleben gesprochen hätten in der Kabine.”

Mir persönlich ist es völlig unverständlich, wie man etwas anstößlich finden kann, das nur einem Zwecke dient: Eine Person glücklich zu machen. Aber nun bin auch ich bei Sex hängengeblieben. Dabei ist etwas anderes noch viel wichtiger: Es geht um Liebe. Ja, es geht schlicht und einfach darum, dass eine Frau eine andere Frau oder ein Mann einen anderen Mann LIEBT. Diese Vielfalt der Lieben muss endlich als Normalität in unserer Gesellschaft anerkannt oder zumindest akzeptiert werden. So lange dem noch nicht so ist, bleiben öffentliche Outings wie jenes von Thomas Hitzlsperger über etwas, “das uns eigentlich nichts angeht”, leider wichtig und hilfreich. Die tieferliegende Problematik hat HR-Redakteurin Esther Schapira in mit sehr klaren Worten auf den Punkt gebracht. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

 

Rollstuhl, na und?

Veröffentlicht am 2. Dezember 2013 | Kein Kommentar

Gregor Demblin sitzt im Rollstuhl – und kämpft mit einem Karriereportal im Internet dafür, dass dieses Hilfsmittel auf dem Arbeitsmarkt und auch im Alltag irgendwann als genau so normal betrachtet wird wie eine Brille. (Erschienen in: Die Presse am Sonntag, 1. Dezember 2013)

***

Eigentlich rechnete Gregor Demblin damit, dass die physischen Barrieren die größte Herausforderung für ihn sein würden. Mit Erstaunen stellte er fest, dass sie bei Weitem nicht so schwer zu überwinden sind wie die sozialen Barrieren – diese begegnen ihm bis heute. „Das war der große Schock und zugleich mein großes Aha-Erlebnis“, sagt der heute 36-Jährige, der sich vor 18 Jahren bei seiner Maturareise einen Halswirbel gebrochen hat und seither im Rollstuhl sitzt. Was er zu erzählen hat, klingt bisweilen wie ein schlechter Scherz. Demblin berichtet von Fremden, die ihm auf der Straße ein Zuckerl geben. Oder von Menschen, die ihn über die Straße schieben, obwohl er gar nicht auf die andere Seite will. Bis heute gehören Erlebnisse wie diese zu seinem Alltag.

Weiter geht´s hier.

Ältere Beiträge »

Recent Posts

Tag Cloud

Berlin Fotografie Front National Galéries Lafayette Graffiti Montmartre Panorama Paris Printemps Sacre Coeur Skurriles Weißensee

Meta

Sonja Fercher is proudly powered by WordPress and the SubtleFlux theme.

Copyright © Sonja Fercher