Adolf Friedrich Fercher (*18.12.1939 † 10.3.2017)

Veröffentlicht am 10. März 2017 | 3 Kommentare

Er liebte das Leben,
wollte nicht gehen.
Doch gingen ihm die Kräfte aus.

Nun ruht er in Frieden
Wie wird er uns fehlen
Vergessen aber werden wir ihn nie.

Ruhe sanft, mein geliebter Papa!

Neuer Blog: Weissenseestories

Veröffentlicht am 25. Januar 2017 | Kein Kommentar

Das Schicksal wollte es, dass ich seit ungefähr einem Jahr viel Zeit am Weissensee verbracht habe. Der traurige Anlass: Meiner geliebten Großmutter begann es ungefähr vor einem Jahr schlechter zu gehen, bis sie uns am 1. Juni 2016 dann endgültig verlassen hat.

Um die Trauer besser bewältigen zu können und außerdem viel Zeit mit meinem Vater zu verbringen, der leider schwer krank ist, verbrachte ich den Sommer 2016 mehr oder weniger am See.

Zu Weihnachten waren meine Familie und ich leider mit der nächsten Herausforderung konfrontiert: Meinem Vater ging es schlechter, ja, er musste Weihnachten sogar im Krankenhaus verbringen. Für mich war klar: Ab nun hat die Zeit, die ich mit meinem Vater verbringen kann, absolute Priorität.

Also verlegte ich erneut meinen Lebensmittelpunkt an den Weissensee. Als ich dann begann, auf fb Gedanken schreibend zu sortieren und außerdem jede Menge Bilder postete, lag es auf der Hand, lieber einen eigenen Blog zu machen.

Dieser ist nun Online: Unter www.weissenseestories.at werde ich sowohl meine Gefühle und Gedanken teilen, die die Pflege eines engen Angehörigen mit sich bringen, als auch Bilder von der wunderschönen Natur zeigen, die mir in diesem Prozess immer und immer wieder viel Kraft gibt.

Das gemeinsame Boot ist leck – Standpunkt

Veröffentlicht am 9. Oktober 2016 | Kein Kommentar

Wem Fakten wichtiger sind als diffuse und emotionale Debatten, der oder die wird im Moment in der Debatte über Integration auf eine sehr harte Probe gestellt. Da wird behauptet, MigrantInnen würden den Einheimischen die Arbeitsplätze wegnehmen, zugleich aber wird beklagt, dass sie nicht arbeitswillig seien. Da wird hitzig über den Burkini gestritten, obwohl sich die Diskussion selbst in Frankreich als populistische hei.e Luft entpuppt hat. Da wird die Einhaltung von Werten verlangt, ohne dass genau definiert wird, welche damit nun konkret gemeint sind – ganz zu schweigen davon, ob die „einheimische Bevölkerung“ sie denn nun so uneingeschränkt teilt, wie gerne suggeriert wird.

Fokus verlagern

Über Integration kann wohl deshalb so leidenschaftlich diskutiert werden, weil es keine einheitliche Vorstellung davon gibt, was der Begriff denn nun eigentlich bedeutet. So kann jede/r alles hineinprojizieren. Zugleich aber läuft man Gefahr, sich in Nebenschauplätzen zu verlieren, wie man im Moment nur allzu deutlich sehen kann – was wiederum Gift für die Integration ist. Dabei gibt es allein beim Thema „Integration und Arbeitsmarkt“ eine Fülle an Informationen und offenen Fragen, über die zu diskutieren sehr lohnenswert wäre – und wovon nebenbei bemerkt sogar alle ArbeitnehmerInnen profitieren würden.

Natürlich ist das in gewisser Weise auch unangenehm, denn ein Fazit aus den Recherchen für dieses Heft lautet: Vorurteile und Diskriminierungen behindern die Integration am Arbeitsmarkt. Doch weil genau dies hierzulande Tabuthemen sind, sind die Nebenschauplätze wohl so reizvoll, da sie keine Selbstkritik voraussetzen. Diese Selbstkritik aber ist notwendig. Schließlich ist es schlichtweg inakzeptabel, dass Menschen in Österreich deutlich mehr von Arbeitslosigkeit betroffen sind, deutlich öfter Berufe ausüben, für die sie überqualifiziert sind, deutlich häufiger gar nicht erst zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden als andere – und zwar einzig und allein, weil sie Migrationshintergrund haben.

Der Soziologe August Gächter schildert in einem Aufsatz ein sehr aufschlussreiches Beispiel: Laut Grundrechteagentur sind Frauen mit türkischem Migrationshintergrund sogar unabhängig von ihrer Bekleidung von Ablehnung am Arbeitsmarkt betroffen. Die Argumente der Arbeitgeber: der angebliche Kinderreichtum oder aber dass bei ihnen die Familie vorgehe. Gächter weist darauf hin, dass sich Ersteres statistisch nicht belegen lasse, während für Zweiteres ein unzureichendes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen verantwortlich sein könnte. Diese Beispiele scheinen mir deshalb so passend, weil sie zeigen, wie sehr alle profitieren würden, wenn entsprechende Maßnahmen gesetzt werden: Ein Ausbau der Kinderbetreuung würde schließlich auch Frauen ohne Migrationshintergrund das (Arbeits-)Leben erleichtern. Schließlich bedeutet keinen Migrationshintergrund zu haben nicht automatisch, dass man Familie in der Nähe hat, die helfend einspringen könnte. Auch von familienfreundlichen Arbeitsplätzen würden alle profitieren. Und ob Mann oder Frau, ob mit oder ohne Migrationshintergrund: Es ist ein Problem, wenn er oder sie nicht entsprechend seiner oder ihrer Ausbildung beschäftigt ist.

Mehr Ehrlichkeit und Selbstkritik

Aber warum fällt es in Österreich so schwer, über Vorurteile und Diskriminierungen zu sprechen? August Gächter hat dafür eine schlüssige Erklärung: Diskriminierer und Diskriminierte sitzen insofern in einem Boot, als sich die einen nicht als Täter und die anderen nicht als Opfer sehen möchten. Beides ist nur allzu nachvollziehbar, schon gar wenn damit eine Schmähung verbunden ist. Ein Anfang wäre, wenn man akzeptieren würde, dass leider jeder Mensch Vorurteile hat. Dann nämlich könnte man diese aufarbeiten und dem entgegenwirken. Mehr Ehrlichkeit und Selbstkritik also, die auch der ganzen Diskussion über Integration guttun würde, vor allem aber den Chancen der hier lebenden Menschen. (Arbeit&Wirtschaft, 7/2016)

Wer ist hier integrationsunwillig?

Veröffentlicht am 9. Oktober 2016 | Kein Kommentar

Je besser sie ausgebildet sind, desto eher arbeiten MigrantInnen in einem Beruf, für den sie überqualifiziert sind.
Text: Sonja Fercher | Fotos: Michael Mazohl

Arbeit&Wirtschaft 7/2016

bildschirmfoto-2016-10-09-um-15-13-37Ich putze auch. Ich schaue nicht drauf, was mir da oder dort nicht passt. Mir ist egal, welche Arbeit. Hauptsache Arbeit.“ Was diese Gastarbeiterin schildert, ist wohl eine der einfachsten Erklärungen für das, was in der Fachsprache „Dequalifizierung“ genannt wird. Damit gemeint ist, dass Menschen einen Arbeitsplatz annehmen, für den sie eigentlich überqualifiziert sind. Das Zitat stammt von einer jener Gastarbeiterinnen, die seit den 1970er-Jahren nach Kärnten gekommen sind und die von der Kärntner Wissenschafterin Viktorija Ratkovic für ein Forschungsprojekt befragt wurden. Alle hatten in ihrem Heimatland eine Ausbildung als Buchhalterin, Bürokauffrau oder Handelskauffrau absolviert – und alle waren in unqualifizierten Tätigkeiten beschäftigt, ob im Tourismus oder in der Fabrik am Fließband.

Zweifellos gibt es viele Gründe, warum MigrantInnen stärker von Dequalifizierung betroffen sind als ÖsterreicherInnen. Doch es lässt sich nur zum Teil durch individuelle Faktoren wie sprachliche Hürden oder die schwierige Anerkennung ausländischer Abschlüsse erklären. Gernot Mitter, Arbeitsmarktexperte der AK, benennt eine weitere wichtige Ursache: „Wir haben eine ethnische Diskriminierung von Personen mit Migrationshintergrund am Arbeitsmarkt. Eine Ausprägung davon ist, dass sie eher unterhalb ihrer Qualifikation beschäftigt werden.“

Je besser ausgebildet, desto schlechtere Chancen: So lautet der frustrierende Befund aus verschiedenen Untersuchungen. Der Soziologe August Gächter hat die „Integrationsleistung des Arbeitsmarkts“ untersucht, nicht berücksichtigt in dieser Analyse sind die zuletzt dazugekommenen Flüchtlinge. Ein wesentlicher Befund betrifft alle ArbeitnehmerInnen unabhängig von ihrer Herkunft: Auf dem österreichischen Arbeitsmarkt ist Dequalifizierung ein verbreitetes Phänomen. Schon unter ÖsterreicherInnen gibt es Unterschiede, denn Frauen sind davon stärker betroffen als Männer. Noch stärker betroffen sind jedoch MigrantInnen.

cover1Dazu ein paar Zahlen: Nur neun Prozent der MigrantInnen mit mittlerer Ausbildung üben auch einen Beruf aus, der dieser Qualifikation entspricht. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung trifft dies auf 27 Prozent der ArbeitnehmerInnen zu. In der kleinen Gruppe von Personen, die mit h.herer Qualifikation in Hilfs- und Anlernt.tigkeiten besch.ftigt sind, liegt der MigrantInnenanteil bei 50 Prozent. In welcher Gruppe auch immer EinwanderInnen am Arbeitsmarkt überdurchschnittlich vertreten sind: „Es ist keine einzige vorteilhafte Arbeitsmarktposition enthalten“, resümiert G.chter. Besonders trifft dieser Befund auf MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei zu, aber auch auf afrikanische Zuwanderer und Zuwanderinnen. Die Zahlen stammen zwar aus dem Jahr 2008, doch eine Studie aus dem Jahr 2015 zeichnet für den Wiener Arbeitsmarkt ein ähnliches Bild.

Spirale nach unten

Erneut haben Frauen schlechtere Karten. Bei ihnen spielt die Herausforderung eine gro.e Rolle, die Kinderbetreuung zu organisieren, berichtet die Kärntner Forscherin Ratkovic. Auch alle von ihr befragten Frauen haben unqualifizierte Tätigkeiten ausgeübt, obwohl einige von ihnen in ihrem Heimatland eine Ausbildung absolviert haben. Sie ergänzt: „Wenn sie Kinder bekommen oder ihre Kinder nachholen, erleben sie einen noch weiteren Abstieg.“

Und die zweite Generation? Sie haben es schon leichter als ihre Eltern. Wenn sie eine mittlere Ausbildung absolviert haben, haben sie ähnlich gute Chancen wie „Einheimische“, einen Job zu finden, der ihrer Ausbildung entspricht. Und doch haben auch sie es auf allen Bildungsstufen schwerer als die „österreichischen“ KollegInnen. Bedenklich stimmt etwa, dass die Arbeitslosen die einzige Kategorie am Arbeitsmarkt sind, in der die zweite Generation überrepräsentiert ist.

Es mag geradezu fahrlässig erscheinen, dass Unternehmen bestimmte Arbeitskräfte entweder gar nicht als potenzielle Arbeitskräfte in Betracht ziehen oder aber ihre Potenziale nicht ausschöpfen – und zwar einzig aufgrund von Vorurteilen. Dies ist nicht nur aus unternehmerischer Perspektive problematisch. Gächter hat ausgerechnet, dass den Kommunen ganze 1,3 Milliarden Euro pro Jahr an Steuermitteln entgehen, weil MigrantInnen nicht entsprechend ihren Qualifikationen, sondern in Hilfstätigkeiten beschäftigt sind. Die MigrantInnen selbst könnten eine Milliarde Euro mehr verdienen – und würden nebenbei bemerkt auch mehr Steuern und Abgaben zum Budget beitragen.

Bewusstseinsarbeit nötig

Was ließe sich also tun, damit MigrantInnen, ob erster oder zweiter Generation, bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben? In Österreich müsse man sich viel intensiver mit Diskriminierungen auseinandersetzen, so Gächter. Es gebe einfach zu wenig Bewusstsein dafür, auch bei Arbeitgebern. Diskriminierung sei hierzulande geradezu ein Reizwort. Zwar sei die Rechtslage recht gut, was die nachträgliche Sanktionierung von Diskriminierungen betrifft. Aber „diese reagiert auf einen Unfall, nachdem er geschehen ist“, kritisiert der Soziologe. „Zur Vorbeugung haben wir nichts Kontinuierliches.“ Am effektivsten wären deutlich höhere Strafen im Falle von Diskriminierungen. Diese aber hält Gächter für noch schwerer durchsetzbar als Maßnahmen, die zu einem besseren Bewusstsein dafür beitragen, was Gleichbehandlung der ArbeitnehmerInnen bedeutet.

AK-Experte Gernot Mitter spricht ein weiteres Problem an: „Durch die Höhe und Dauer des Arbeitslosengeldes stehen Arbeitssuchende unter hohem Druck, möglichst schnell wieder eine Arbeit anzunehmen“ – auch um den Preis einer Dequalifizierung. Entspannung ist nicht in Sicht, die aktuelle Diskussion zielt sogar auf weitere Verschärfungen ab. Schlechte Vorzeichen also für eine bessere Integration von MigrantInnen am Arbeitsmarkt.


 

Integration – Ein Begriff mit großer Projektionsfläche.

Er ist wohl einer der Begriffe, die in der innenpolitischen Debatte mit Worten wie Notstand oder Briefwahl um den ersten Platz rittern: Integration. Doch so oft er auch verwendet wird, so unklar bleibt meistens, was denn die jeweilige Person, die das Wort in den Mund nimmt, nun eigentlich genau darunter versteht. Der deutsche Wissenschafter Mark Terkessidis hält fest, dass natürlich bestimmte Vorstellungen damit transportiert werden: „Tatsächlich trägt der Begriff immer noch schwer am Erbe des Provisoriums. Denn noch heute werden die Personen mit Migrationshintergrund als eine Sondergruppe der Gesellschaft betrachtet, die an die herrschenden Standards herangeführt werden muss.“

Welche Standards da denn nun dazugehören, wird von den verschiedenen innenpolitischen AkteurInnen denn auch unterschiedlich interpretiert. Die einen meinen, dass es reichen muss, wenn MigrantInnen sich im öffentlichen Raum inklusive Arbeitsplatz an die allgemeinen Regeln halten, während das, was innerhalb ihrer vier Wände passiert, die Allgemeinheit nur dann etwas angeht, wenn etwas strafrechtlich Relevantes geschieht. Andere wiederum haben ganze Kataloge an Werten und Prinzipien, Gleichbehandlung der Frauen rangiert hier meist an vorderster Stelle, gefolgt von Menschenrechten, Rechtsstaat, Trennung von Kirche und Staat oder gar völliger Säkularisierung. Soweit zwei Pole in der Debatte.

Was in diesen Haltungen enthalten ist, ist eine Zweiteilung der Gesellschaft, wie sie von vielen ExpertInnen kritisiert wird: Es wird ein homogenes „Wir“ der Aufnahmegesellschaft konstruiert, dem eine ebenso konstruierte homogene Gruppe der „anderen“ gegenübersteht. Die „anderen“ seien in dieser Logik dazu aufgerufen, sich dem „Wir“ anzupassen. Abgesehen davon, dass beide Gruppen bei Weitem nicht so homogen sind, wie diese Vorstellungen suggerieren: In dieser Zweiteilung ist eine Hierarchie enthalten, Konflikte sind vorprogrammiert, wenn die „anderen“ sich dem „Wir“ dann doch nicht beugen wollen.

Eine alternative Sichtweise lautet, dass Integration ein vielfältiger Prozess ist, den sehr unterschiedliche AkteurInnen auf Augenhöhe miteinander ausverhandeln. Die Literatur zum Thema ist inzwischen geradezu unübersichtlich. Spannende Einblicke gewähren diese Werke:
Andreas Weigl „Migration und Integration“
Mark Terkessidis „Interkultur“
Hilal Sezgin (Hg.) „Manifest der Vielen“.

Reportage:

Veröffentlicht am 7. Oktober 2016 | Kein Kommentar

Aufgrund eines technischen Problems ist die Reportage der A&W derzeit nicht auf der Homepage verfügbar. Deshalb:

Reportage als pdf

Demokratie: Nur eine Episode des heiteren Bezirksgerichts?

Veröffentlicht am 22. Juni 2016 | Kein Kommentar

Unglaublich eigentlich: da witterte die FPÖ schon vor der Stichwahl vorsorglich Manipulationen – und dann halten es ihre eigenen WahlbeisitzerInnen offenbar nicht für nötig, bei der Auszählung der Stimmen dabei zu sein? Welch Offenbarungseid, den die Freiheitlichen hier vor den Augen der Öffentlichkeit geleistet haben. 
Denn wie ernst meint es eine Partei mit sich selbst und ihrer eigenen Politik, wenn ihre VertreterInnen geradezu immer und überall und vor allem in diesem Fall Skandal schreien, während ihre eigenen Leute nicht einmal da mitwirken, wo es sogar in ihrem ureigensten Interesse wäre, um den Skandal zu untermauern.

Zugleich zeigt die Wahlanfechtung leider auf, welche Defizite es im Demokratiebewusstsein in Österreich gibt. Juristen machen schon alles richtig, ich wusste nicht, hab nicht gefragt, keine Zeit gehabt, nicht gelesen, was ich unterschrieben habe: ein mündiger Staatsbürger, eine mündige Staatsbürgerin spricht so nicht. Fast scheint es, als sei gar nicht mehr klar, welch ernstes und wichtiges Ereignis eine solche Wahl ist. Dass Demokratie auch von den BürgerInnen ein Engagement verlangt, vielleicht sind die Wahlen sogar das minimalste, das sie von ihnen verlangt, wenn sie sich darüber hinaus nicht engagieren möchten oder können. 
Dieses Engagement gilt es zugleich mit großer Ernsthaftigkeit auszuüben. Allerdings untergräbt gerade die FPÖ genau diese Ernsthaftigkeit – allen Forderungen nach mehr direkter Demokratie zum Trotz – seit vielen Jahren. Es erscheint fast wie ein Treppenwitz, dass ihr genau dies nun auf den Kopf zu fallen scheint. 
Dennoch muss man ihnen ja wirklich fast dankbar sein, dass sie diese Anfechtung gemacht haben. Wir müssen ganz offensichtlich mehr über Demokratie reden, was sie bedeutet, was sie ihren BürgerInnen abverlangt und vor allem ermöglicht. Und wir müssen darüber reden, was Eigenverantwortung bedeutet. Denn die Demokratie ist eine zu wichtige Errungenschaft, um sie zur Episode des heiteren Bezirksgerichts werden zu lassen.

Mathilde Greil * 8.12.1920 + 1.6.2016

Veröffentlicht am 1. Juni 2016 | 1 Kommentar

imageMeine heißgeliebte Oma ist heute morgen für immer eingeschlafen. Ich bin zutiefst dankbar für die uneingeschränkte und intensive Liebe, die sie mir geschenkt hat. Liebe: Das ist das Wort, das ich mit ihr auf vielen Ebenen verbinde. Ihre Liebe zu Menschen und ganz besonders zu Kindern zog viele an, von der Familie angefangen bis hin zu den Gästen, die sie in ihrer Pension über viele Jahre empfangen hat. Bis heute haben sie immer wieder alte Stammgäste oder sogar deren Kinder besucht. Mit Liebe pflegte sie ihren Garten, der uns alle jedes Jahr aufs Neue mit Schönheiten beschenkt hat. Diese Liebe lebt in uns weiter.

Sie war auch eine starke Frau. Sie hat ihre Pension in harter Arbeit aufgebaut und allen Ängsten und Zweifeln zum Trotz über Jahre lang erfolgreich geführt. Ich ziehe immer noch meinen Hut vor der Bauerstochter, die gerade mal die Volksschule besucht hat und sich als Selbständige durchgeschlagen hat. Welche Rolle mein Großvater konkret gespielt hat, will ich nicht beurteilen, denn leider habe ich ihn nur ein paar Jahre miterlebt. Immerhin, denn was in den Erzählungen über ihn mitschwingt, kann ich ebenfalls in einem Wort zusammenfassen: Liebe. „Wenn du wüsstest, wie lieb ich dich hab“, soll er zu ihr gesagt haben. Ich kann dazu nur sagen: wenn sie nur wüssten, wie glücklich mich allein dieser Gedanke macht.

Als ihre Tochter, meine Mutter, nach Klagenfurt in die Schule ging, lernte sie die neue Schrift, um ihr Briefe schreiben zu können. Auch mir hat sie viele Briefe geschrieben, denn leider war auch ich oft weit weg. In einem konnte ich mir aber immer sicher sein: die Oma denkt an mich und wünscht mir nur das Beste.

Leider konnte ich ihr keine UrenkelInnen schenken, die sie sicher ebenfalls mit viel Liebe beschenkt hätte. Jetzt ist sie für immer von uns gegangen. Es ist aber nur ein körperlicher Abschied, denn in meinem Herzen lebt sie, lebt ihre große Liebe weiter – und ich hoffe, dass ich sie noch vielen anderen Menschen weitergeben kann.

omasonja1aMeeeiiine Ooooma, ich danke Dir für alles! Ich schätze mich sehr glücklich, dass Du so lange in meinem Leben warst. Ich werde Deinen sonntäglichen Anruf sehr vermissen, so kurz er auch war. Aber Du bist ja nicht weg, sondern weiterhin immer bei mir, auch wenn Du nun weit weg bist und wir uns nicht mehr fest in Armen halten können.

 

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